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Aus: Ausgabe vom 18.03.2019, Seite 16 / Sport

Die Wahrheit über den 26. Spieltag

Von Klaus Bittermann
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Hat die Faxen dicke: Herthas Ondrej Duda

Hertha hat im Spiel gegen den BVB alles versucht. Sogar der Platz war, wie Borussia-Trainer Lucien Favre sagte »für die Pferde«, glich also eher einem Acker als einem Rasen, auf dem sich technisch versierte Spieler entfalten können. Die Berliner hatten damit weniger Probleme, weil sie sowieso nur vorhatten zu kämpfen, zu grätschen und zu rempeln. Aber das sind die Dortmunder mittlerweile gewohnt, dass man gegen sie mit allen Mitteln zu Werke geht. Der Schiedsrichter hatte einen großzügigen Tag und ließ mehr laufen als dem Spiel gut tat. Gleich in der 4. Minute patzte BVB-Schlussmann Roman Bürki und ließ einen haltbaren Schuss vor die Füße von Herthas Salomon Kalou abprallen, der den Ball nur einzuschieben brauchte. Wieder eins von den Geschenken, die Dortmund in der letzten Zeit großzügig an die Gegner verteilt. Dann schnappte sich Thomas Delaney, der ohne seinen verletzten Partner auf der Sechs, Axl Witsel, spielen musste, den Ball an der Mittellinie. Er schleppte ihn, ohne gestört zu werden bis zum Sechzehner und schoss einen Berliner an, von dem der Ball in einer schönen Bogenlampe über den Goalie hinweg ins Tor abgefälscht wurde. Noch vor der Pause ging Hertha wieder in Führung durch einen Handelfmeter, der mal wieder ziemlich umstritten war, denn Julian Weigl wurde aus kurzer Distanz angeschossen, wobei er instinktiv mit der Hand sein Gesicht schützte.

Nach der Pause kam der BVB überraschend stark aus der Kabine, machte sofort Druck und erspielte sich riesige Chancen, aber nur ein Kopfball von Dan-Axel Zagadou nach Ecke von Jadon Sancho ging ins Tor. Aber auch die Hertha traf den Pfosten und hätte durchaus noch ein Tor erzielen können. Die Dortmunder gingen hingegen, wie zuletzt gewohnt, unglaublich verschwenderisch mit ihren Chancen um, so dass die Hoffnung auf einen Sieg immer mehr schwand. Denn die Berliner nahmen sich verstärkt die Dortmunder Gefahrenquelle Nummer eins vor und bearbeiteten Sancho mit allen Mitteln, bis schließlich der Schiedsrichter gezwungen war, Jordan Torunarigha nach einigen üblen und taktischen Fouls vom Platz zu stellen. Passenderweise war es dann wieder einmal Sancho, der in der 92. Minute in unnachahmlicher Art den Ball zwischen zwei Herthanern zu Marco Reus durchsteckte. Der beförderte mit einer Direktabnahme den Ball ins rechte untere Toreck. Dass die Berliner schlechte Verlierer sind, bewies der eingewechselte Vedad Ibisevic, der aus Ärger über eine angebliche Spielverzögerung Bürki den Ball an den Kopf warf. Er kassierte die Rote Karte. Aber dann war das Spiel aus, und man hatte drei Punkte verbucht. Dabei punkten die Berliner vor allem gegen Spitzenmannschaften gerne, und haben auch den Dortmundern schon die eine oder andere unangenehme Niederlage zugefügt.

Auf Schalke fiel den Verantwortlichen nach dem 7:0-Abschied aus der Champions-League gegen Manchester City nichts anderes ein, als den alten prolligen Holzkopf aus den Niederlanden, Huub Stevens, zu reaktivieren. Der verlor zum Einstand zu Hause auch gleich 0:1 gegen Leipzig. Jetzt sind es noch drei Punkte auf den von Stuttgart gehaltenen Relegationsplatz. Der VfB ergatterte zu Hause gegen Hoffenheim immerhin einen Punkt. Auch Gladbach schwächelt. Nach drei Heimniederlagen in Folge schafften die Fohlen auf eigenem Rasen auch gegen Freiburg keinen Sieg, so dass die Frankfurter Eintracht bei einem Sieg gegen den Club ihnen bis auf einen Punkt auf die Pelle rücken kann.

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