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Aus: Ausgabe vom 18.03.2019, Seite 1 / Kapital & Arbeit
Warnstreiks zeigen Wirkung

Tarifabschluss für Stahlkocher

Beschäftigte in NRW, Bremen und Niedersachsen erhalten mehr Geld und Freizeit
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Die Stahlarbeiter hatten mit mehreren Warnstreiks Druck auf die Unternehmer aufgebaut (Düsseldorf, 18.2.2019)

Die 72.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie bekommen künftig mehr Geld. Unternehmer und die Gewerkschaft IG Metall einigten sich am frühen Sonntag morgen nach 16stündigen Verhandlungen auf einen neuen Tarifvertrag.

Demnach sollen die Entgelte ab März 2019 um 3,7 Prozent steigen. Für die Monate Januar und Februar gibt es insgesamt eine Einmalzahlung von 100 Euro, wie die IG Metall mitteilte. Ab 2020 erhalten alle Beschäftigten eine zusätzliche tarifliche Vergütung in Höhe von 1.000 Euro, die jeweils zum 31. Juli ausgezahlt wird. Die Beschäftigten könnten diese in bis zu fünf freie Tage umwandeln, teilte die IG Metall weiter mit. Der Tarifvertrag läuft bis zum 28. Februar 2021.

Der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann erklärte am Sonntag, nach dem Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie sei auch in der Stahlindustrie ein wichtiger Schritt für mehr Arbeitszeitsouveränität gelungen. »Mit der überproportionalen Erhöhung der Ausbildungsvergütungen sichern wir außerdem die Wettbewerbsfähigkeit der Stahlunternehmen um junge Fachkräfte in Zeiten des Wandels«, so Hofmann. Dieses Ergebnis sei vor allem durch den Druck der mehr als 26.000 warnstreikenden Stahlbeschäftigten möglich geworden.

Christian Büttner, Geschäftsführer im Unternehmerverband Stahl, sagte: »Diese Tarifrunde war außergewöhnlich komplex und wurde dementsprechend intensiv geführt. Insbesondere die Forderung nach einem in Freizeit umwandelbaren Zusatzentgelt hat uns vor eine Zerreißprobe gestellt.«

Ursprünglich hatte die IG Metall für die Stahlkocher in NRW, Niedersachsen und Bremen sechs Prozent mehr Geld gefordert. Die Unternehmer hatten eine Erhöhung von 2,5 Prozent bei einer Laufzeit von 27 Monaten angeboten. Die Gewerkschaft hatte mit Warnstreiks versucht, den Druck zu erhöhen. Am vergangenen Montag hatten erstmals Beschäftigte an allen Stahlstandorten die Arbeit niedergelegt. Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft hatte die Unternehmer danach aufgefordert, ein deutlich verbessertes Angebot vorzulegen. (dpa/jW)

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