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Aus: Ausgabe vom 12.03.2019, Seite 2 / Ausland
Waffen für die Welt

Waffenhandel nimmt weiter zu

SIPRI-Studie: USA bleiben Spitzenreiter. Saudi-Arabien größter Importeur
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»Aktion Aufschrei – stoppt den Waffenhandel«: Demo vor dem Deutschen Bundestag gegen Rüstungsexporte (26.2.2019)

Weltweit nimmt der Waffenhandel weiter zu. Die Gesamtsumme der internationalen Großwaffenverkäufe lag im Zeitraum 2014 bis 2018 um 7,8 Prozent über der im Vergleichszeitraum 2009 bis 2013, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Friedensforschungsinstituts SIPRI in Stockholm hervorgeht. Die USA behaupten sich mit großem Abstand an der Spitze, die BRD liegt auf Rang vier. Weltweit größter Waffenbezieher ist Saudi-Arabien.

Die fünf größten Waffenexporteure bleiben die USA, Russland, Frankreich, Deutschland und China. Diese Top fünf stehen im Berichtszeitraum 2014 bis 2018 allein für drei Viertel des weltweiten Waffenhandels. Die größten Importeure sind Saudi-Arabien, Indien, Ägypten, Australien und Algerien.

Unangefochten ist die Exportspitzenposition der USA. »Die USA haben ihre Stellung als weltweit führender Waffenverkäufer weiter gefestigt«, sagte SIPRI-Vertreterin Aude Fleurant. Mindestens 98 Länder bezogen US-Waffen. Hauptabnehmer war Saudi-Arabien. Die US-Exporte machen allein 36 Prozent des Waffenhandels weltweit aus. Im Vergleich zum vorherigen Fünfjahreszeitraum stiegen sie um 29 Prozent. Dabei übertrafen die USA die russischen Exporte in den vergangenen fünf Jahren sogar um 75 Prozent. Russland verzeichnete als einziges Land unter den fünf einen Rückgang (minus 17 Prozent).

Die Bundesrepublik steigerte ihre Exporte um 13 Prozent. Von 2014 bis 2018 lag ihr Anteil am weltweiten Waffenhandel bei 6,4 Prozent, von 2009 bis 2013 waren es 6,1 Prozent. U-Boote waren die meistverkauften deutschen Großwaffen. Hauptabnehmer deutscher Waffen waren Südkorea (19 Prozent), Griechenland (zehn Prozent) und Israel (8,3 Prozent). Im Vergleich der Fünfjahreszeiträume haben sich die Waffenverkäufe in Länder des Nahen Ostens verdoppelt (87 Prozent, Weltmarktanteil 35 Prozent). Saudi-Arabien als größter Einkäufer von Großwaffen, vor allem aus den USA (68 Prozent), legte insgesamt um 192 Prozent zu.

Die friedenspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Kathrin Vogler, erklärte in einer Pressemitteilung, der vierte Platz der BRD sei »beschämend für eine Regierung, die angeblich eine restriktive Rüstungsexportpolitik verfolgt«. Sie forderte ein generelles Exportverbot für Rüstungsgüter, denn, so Vogler, »jede Waffe findet ihren Krieg«. (AFP/jW)

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