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Aus: Ausgabe vom 04.03.2019, Seite 5 / Inland
Fahrzeugbranche

Autoproduktion in Deutschland sinkt

Auslandsherstellung von Pkw soll laut Branchenverband um drei Prozent zunehmen
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VW-Fahrzeuge stehen in Emden zur Verschiffung bereit (9.3.2018)

Die deutsche Autoindustrie erwartet in diesem Jahr einen Rückgang der Inlandsproduktion. In den Werken dürften mit 4,8 Millionen Pkw rund fünf Prozent weniger Fahrzeuge vom Band rollen, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Sonnabend mit. Die Auslandsproduktion dagegen werde aller Voraussicht nach um drei Prozent zulegen, auf 11,6 Millionen Pkw. Hintergrund seien die abflauende Konjunktur, Handels- und Zollrisiken ebenso wie der Auf- und Ausbau von Werken in den USA, Mexiko und China.

»Auch in diesem Jahr wird die Auslandsproduktion stärker zunehmen als die gesamte Pkw-Produktion unserer Konzernmarken«, wurde Verbandspräsident Bernhard Mattes zitiert. Die Beschäftigung bei den deutschen Autobauern dürfte 2019 aber stabil bleiben. Im vergangenen Jahr habe sich die Zahl der Werktätigen im Inland im Jahresdurchschnitt um 14.400 auf 834.400 erhöht.

Alle Märkte seien auf hohem Niveau. In Europa erwartet der Verband eine stabile Nachfrage von 15,6 Millionen Pkw. In China könnte das Vorjahresniveau von gut 23 Millionen Autos erreicht werden. In den USA erwartet der Verband einen leichten Rückgang um zwei Prozent, die Nachfrage würde mit 16,9 Millionen Fahrzeugen jedoch weiter hoch bleiben. Voraussetzung sei dem VDA zufolge, dass die handels- und wirtschaftspolitischen Konflikte »konstruktiv« gelöst würden.

Ein »harter Brexit« wäre Mattes zufolge für Unternehmen und Beschäftigte in der EU-27 mit erheblichen Risiken verbunden. Großbritannien sei, gemessen an den Stückzahlen, Deutschlands größter Pkw-Exportpartner. 2018 sei die Ausfuhr aus der BRD bereits um 13 Prozent auf 666.000 Neuwagen gesunken.

Aufgrund des Abschwungs am US-Automarkt meldeten Volkswagen, Audi und Daimlers Vertriebsgesellschaft »Mercedes-Benz USA« für Februar Absatzrückgänge an. BMW trat auf der Stelle. Die Unternehmen scheinen unterdessen auf einen neuen Markt für Elektro- und Hybridautos zu setzen. »Wir investieren in die Elektromobilität in den nächsten drei Jahren über 40 Milliarden Euro, hinzu kommen weitere 18 Milliarden Euro in die Digitalisierung, das vernetzte und automatisierte Fahren«, so der VDA-Chef. Das Modellangebot deutscher Hersteller werde sich bis dahin auf rund 100 E-Modelle verdreifachen. Nötig seien aber mehr Ladestationen und Kaufanreize. (dpa/jW)

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