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Aus: Ausgabe vom 13.02.2019, Seite 1 / Kapital & Arbeit
Tarifverhandlungen

Kein Durchbruch im öffentlichen Dienst

Gewerkschaften setzen Warnstreiks vor dritter Verhandlungsrunde fort
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Die Warnstreiks für höhere Löhne gehen weiter ...

Nachdem die Länder auch in der zweiten Runde der Tarifverhandlungen nicht auf die Forderungen der Angestellten eingegangen sind, gingen am Dienstag die Warnstreiks im ganzen Land weiter. Arbeitsniederlegungen fanden in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg und Sachsen statt. »Wir haben der ernüchternden Bilanz der zweiten Verhandlungsrunde ein deutliches Zeichen folgen lassen. Es sind mehr Menschen unserem Streikaufruf gefolgt, als wir erwartet haben. Das spricht für unsere Forderungen«, so Gabriele Schmidt, Verdi-Landesleiterin Nordrhein-Westfalen.

In Köln, Bonn, Düsseldorf und Essen legten Mitarbeiter von Unikliniken die Arbeit nieder, sagten Sprecher der Gewerkschaft Verdi am Dienstag morgen. Etwa 2.500 Beschäftigte folgten dem Aufruf. In Bayern traten etwa 120 Beschäftigte im Straßenbau, in Flussmeisterstellen und Bauämtern in den Ausstand. In Hamburg beteiligten sich rund 1.000 Menschen an einem Protestmarsch. Bei einer Kundgebung unter dem Motto »Der öffentliche Dienst geht baden« haben Beschäftigte ihrem Unmut über die »Blockadehaltung« der Arbeitgeber durch einen Sprung in die rund 4,5 Grad kalte Alster Ausdruck verliehen.

Mit den Aktionen wollen die Gewerkschaften den Druck in den Gesprächen für rund eine Million Beschäftigte erhöhen. Verdi und der Beamtenbund DBB fordern für die Beschäftigten der Länder (außer Hessen) sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Die Länder haben die Forderungen als überzogen zurückgewiesen. »Wer in Sonntagsreden den Angestellten des öffentlichen Dienstes beständig seinen Respekt bekundet, aber dann trotz sprudelnder Steuereinnahmen bei seinen Beschäftigten sparen will, macht sich unglaubwürdig«, beklagte Pascal Meiser, gewerkschaftspolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag.

Auch in der Hauptstadt wollen sich Beschäftigte am heutigen Mittwoch für ein höheres Gehalt einsetzen: Es sind Warnstreiks in kommunalen Kitas, Schulen, Kinderhorten, Landes- und Bezirksbehörden, in Hochschulen, Krankenhäusern, bei der Feuerwehr und der Polizei geplant. (dpa/jW)

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