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Aus: Ausgabe vom 07.02.2019, Seite 16 / Sport
Fußball

Was soll noch passieren?

Das Ziel heißt Berlin: Nach dem Sieg gegen den BVB nimmt Werder Bremen Kurs aufs DFB-Pokal-Finale
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Bald geht›s nach Berlin! (Hoffentlich) jW-Liebling Max Kruse (oben) ordert schon einmal einen Kasten

Dortmund. Die spontane Kabinenparty erreichte um kurz nach Mitternacht ihren Höhepunkt. Aus den Boxen dröhnte lautstarke Musik, ein Kasten Pils wurde für die Bremer Pokalhelden um Elfmeter-Killer Jiri Pavlenka hineingetragen. Mit dem Coup von Dortmund sollen die Feierlichkeiten aber noch nicht beendet sein. Nach dem dramatischen 4:2-Sieg im Elfmeterschießen beim souveränen Bundesliga-Tabellenführer (3:3 n. V.) träumt Werder Bremen vom ersten Titel seit zehn Jahren.

»Das Finale in Berlin ist etwas Besonderes. Ich habe allen in der Mannschaft davon erzählt. Da wollen wir jetzt hin«, sagte Oldie Claudio Pizarro, der ebenso wie Maximilian Eggestein, Davy Klaassen und Kapitän Max Kruse vom Punkt keine Nerven zeigte. »Als ich die Schützen gesehen habe, da wusste ich, heute geht was«, sagte Nuri Sahin. Der ehemalige Dortmunder kennt ebenfalls das Gefühl, den Pokal im Berliner Olympiastadion in die Höhe zu recken. »Ich habe nichts dagegen, wenn es ein weiterer Titel wird«, sagte Sahin grinsend und feierte nach einem kurzen Besuch in der BVB-Kabine ausgelassen mit seinen Teamkollegen.

Sonst ein offensiv denkender Trainer, hatte Florian Kohfeldt seinem Team zunächst eine kluge Defensivtaktik verordnet. Die Bremer hielten die Borussen von gefährlichen Schüssen ab, kamen aber auch selbst kaum vors Tor. Mit der Einwechslung von Kevin Möhwald (76., für Sahin) schaltete Kohfeldts Team dann auf Offensive um – eine mutige Entscheidung, die fast bestraft worden wäre. Doch die Treffer von Christian Pulisic (105.) und Achraf Hakimi (113.) konnten durch die Werder-Joker Pizarro (108.) und Martin Harnik (119.) schnell wieder ausgeglichen werden. Im Elfmeterschießen brillierte dann Torhüter Pavlenka.

Als Lohn steht für den sechsmaligen Pokalsieger am 2./3. April das Viertelfinale an. Der Gegner bei der Auslosung am Sonntag ist Kruse gleichgültig: »Wir haben ambitionierte Ziele, da ist es egal, gegen wen man spielt.« Für die Fans wäre natürlich ein Nordderby gegen den Hamburger SV reizvoll. »Das hätte was«, sagte Maximilian Eggestein. Großes Ziel ist das Endspiel am 25. Mai in Berlin. Beim bisher letzten Pokalsieg 2009 gewannen die Bremer im Achtelfinale übrigens ebenfalls in Dortmund. »Der BVB ist derzeit die beste deutsche Mannschaft. Was soll da noch passieren?« fragte Eggestein mit einem breiten Grinsen im Gesicht. (sid/jW)

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