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Aus: Ausgabe vom 24.01.2019, Seite 15 / Medien
Zeitungskrise

Auflagenschwund hält an

Im vierten Quartal 2018 verzeichneten fast alle Regionalzeitungen weniger Käufer
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Verlage können »Schwindsucht« bei verkaufter Auflage nicht stoppen

Die Auflagenverluste der deutschen Lokal- und Regionalzeitungen haben sich auch im vierten Quartal 2018 fortgesetzt. Laut aktuellen Zahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) vom 17. Januar gibt es unter den größten Titeln nur einen, der im Plus lag: der Berliner Tagesspiegel aus dem Verlagsimperium Holtzbrinck. Das vermeintlich beliebte Hauptstadtblatt konnte seine verkaufte Auflage demnach um 1,9 Prozent steigern. Allerdings wurde das Ergebnis vor allem durch Abonnements sogenannter E-Paper hochgerissen.

Ansonsten sieht es in diesem Teil der Medienbranche weiterhin düster aus. Die anderen Mainstreamtitel aus Berlin mussten weiter Federn lassen: So verzeichnete das Boulevardblatt B. Z. (einst als »größte Zeitung der Hauptstadt« beworben) im Jahresvergleich einen Rückgang bei Abo und Einzelverkauf von 6,2 Prozent. Berliner Zeitung und Berliner Morgenpost verloren 8,9 bzw. 6,9 Prozent. Der Berliner Kurier büßte 8,1 Prozent ein.

Nicht besser erging es den entsprechenden Titeln aus Deutschlands zweitgrößter Stadt. So schrumpften die Verkäufe des Hamburger Abendblatts um – fast moderat zu nennende – 3,3 Prozent. Beim Konkurrenzprodukt Hamburger Morgenpost hingegen schlugen ausbleibende Käufe eine tiefe Bresche in die Abo- und Einzelverkaufsauflage: 6.231 Exem­plare weniger als im Vergleichsquartal 2017 wurden abgesetzt, ein Minus von 14 Prozent.

Auch in den fünf Bundesländern im Osten zeigt sich die Zeitungskrise mit ähnlichen Zahlen. Größte Verlierer waren hier die Morgenpost für Sachsen (minus 7,7 Prozent) und die in Cottbus erscheinende Lausitzer Rundschau (minus 6,4 Prozent).

Auch den mächtigen Medienunternehmen im Westen Deutschlands erging es kaum besser. So verlor die Funke-Gruppe (u. a. Westdeutsche Allgemeine Zeitung) 5,9 Prozent, die Rheinische Post glatte fünf Prozent. Voll erwischt mit einem Rückgang von 16,8 Prozent hat es in der Region das Boulevardblatt Express (Köln/ Bonn). Immerhin: Die Main Post in Mittelfranken legte um ein Prozent zu. (jW)

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