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Aus: Ausgabe vom 21.01.2019, Seite 1 / Ausland
Neue Präsident in DR Kongo

Tshisekedi ruft zu Einheit der DR Kongo auf

Verfassungsgericht bestätigt Wahlergebnis. Neuer Präsident soll diese Woche vereidigt werden
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Von seinen Anhänger gefeiert: Der neue Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Félix Tshisekedi, nach seiner Stimmabgabe am 30. Dezember 2018 in Kinshasa

Félix Antoine Tshisekedi Tshilombo wird der neue Präsident der Demokratischen Republik Kongo. Das Verfassungsgericht des zentralafrikanischen Landes hat am Sonntag morgen alle Beschwerden gegen das amtliche Wahlergebnis zurückgewiesen. Tshisekedi soll bereits am Dienstag als Staatschef vereidigt werden.

Tshisekedi war von der Wahlkommission bereits am 10. Januar zum Sieger der Abstimmung am 30. Dezember 2018 erklärt worden. Demnach erhielt er 38,57 Prozent der Stimmen, knapp gefolgt von Martin Fayulu mit 34,8 Prozent. Exinnenminister Emmanuel Ramazani Shadary kam demnach auf 23,8 Prozent.

Fayulu wollte das Ergebnis indes nicht akzeptieren. Eine Klage von ihm wurde vom Verfassungsgericht zurückgewiesen. Die Richter lehnten zudem eine Neuauszählung der Stimmen ab. Fayulu sprach von einem »Putsch« und erklärte sich selbst zum rechtmäßigen Präsidenten. Alle Kongolesen müssten sich gegen die Fälschung des Wahlergebnisses wehren und friedlich gegen die Entscheidung demonstrieren, forderte er nach der Entscheidung des Gerichts. Die Bürger der DR Kongo sollten Tshisekedi nicht als Präsidenten akzeptieren, ebenso solle ihm die internationale Anerkennung verweigert werden.

Zunächst kam es indes zu keinen größeren Protesten. Nach einer knapp dreiwöchigen Sperre konnten die Kongolesen am Sonntag mit ihren Mobiltelefonen auch erstmals wieder das Internet nutzen.

Der Wahlsieger Tshisekedi rief zur Einheit der Kongolesen auf. »Dies ist nicht der Sieg der einen Seite über die andere«, sagte er. »Ich glaube, es ist ein Sieg für den Kongo.« Tshisekedi folgt auf Joseph Kabila, der den Kongo knapp 18 Jahre regiert hat. Kabila durfte nicht wieder antreten.

Tshisekedi erreichten am Sonntag Glückwünsche zahlreicher afrikanischer Staatschefs, obwohl die Afrikanische Union »ernsthafte Zweifel« am Wahlergebnis geäußert und eine Verschiebung der Bekanntgabe des Endergebnisses gefordert hatte. Die katholische Kirche hatte unter Berufung auf ihre rund 40.000 Wahlbeobachter ebenfalls erklärt, dass Tshisekedi nicht gewonnen habe. (AFP/dpa/jW)

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