Gegründet 1947 Sa. / So., 16. / 17. Februar 2019, Nr. 40
Die junge Welt wird von 2161 GenossInnen herausgegeben
Aus: Ausgabe vom 17.01.2019, Seite 8 / Abgeschrieben

Protest gegen Preiserhöhung der Deutschen Post

Der DGB-Kreisverband Karlsruhe-Land solidarisierte sich am Dienstag mit junge Welt und forderte in einem Schreiben an den Vorstand der Deutschen Post AG die Rücknahme der exorbitanten Preiserhöhung für die Zustellung der Zeitung:

Der DGB-Kreisverband Karlsruhe-Land protestiert gegen die angekündigte drastische Preiserhöhung für den Vertrieb von Tageszeitungen bis 100 Gramm Gewicht. Der Verlag 8. Mai soll deshalb künftig der Deutschen Post AG jährlich 90.000 Euro mehr für die Zustellung der Tageszeitung junge Welt bezahlen. Das entspricht einer Preissteigerung um 28,5 Prozent. Die junge Welt ist dadurch in ihrer Existenz bedroht.

Für uns Gewerkschafter wäre es ein unersetzbarer Verlust, gäbe es die junge Welt nicht mehr. Diese Zeitung muss erhalten bleiben. Ohne sie wäre der Meinungspluralismus substantiell eingeschränkt. Für Gewerkschafter ist die junge Welt eine unverzichtbare Informations- und Meinungsquelle. Wir fordern daher die Deutsche Post AG auf, ihre unverhältnismäßige Preiserhöhung zurückzunehmen und die Preisanhebung auf die zugesagten 2,8 Prozent zu beschränken.

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) machte am Mittwoch auf die Rekrutierungspraxis der Bundeswehr aufmerksam:

Seit 2011 hat die deutsche Armee über 11.500 Minderjährige an Waffen ausgebildet. Nach Kritik von Friedens- und Kinderrechtsorganisationen ist die Zahl der 17jährigen in der Bundeswehr 2018 erstmals seit fünf Jahren gesunken.

1.679 Soldatinnen und Soldaten waren bei der Bundeswehr 2018 noch nicht volljährig, als sie ihren Dienst antraten. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl um 449 Soldatinnen und Soldaten gesunken – ein Minus von 20 Prozent. Auch der prozentuale Anteil der Minderjährigen an den insgesamt 20.012 im vergangenen Jahr neu eingestellten Soldatinnen und Soldaten ging von 9,1 auf 8,4 Prozent zurück. Alle Zahlen beruhen auf einer aktuellen Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Norbert Müller von der Linksfraktion.

Trotz des erstmaligen Rückgangs nach fünf Jahren bleiben die Zahlen weiter auf einem skandalös hohen Niveau. Laut der Friedensorganisation spricht die Bundeswehr mit ihrer aggressiven Rekrutenwerbung in Schulen, bei Ausstellungen und Messen, Vorträgen in Jobcentern sowie im Internet gezielt Minderjährige an. Über »soziale Medien« wie Facebook, Snapchat und Instagram wirbt die Bundeswehr ebenso wie auf Youtube, wo sie Millionen Euro teure Werbeserien veröffentlicht. Den jungen Menschen wird ein Bild von der Bundeswehr gezeigt, das nicht der Realität entspricht. Zudem könne die Armee die in ihrer Werbung gemachten Versprechen nicht halten – statt Aufstiegschancen gebe es aktuell beispielsweise einen Offiziersstau. Dass die Bundeswehr die Jugendlichen mit falschen Versprechungen in die Kasernen lockt, zeigt auch die verhältnismäßig hohe Abbrecherquote. Mehr als 200 Minderjährige – rund zehn Prozent der eingestellten 17jährigen – haben innerhalb der Probezeit von sechs Monaten die Bundeswehr wieder verlassen. (…)

Seit Jahren fordert die DFG-VK gemeinsam mit anderen Friedens- und Menschenrechtsgruppen ein Ende der Ausbildung Minderjähriger an Waffen bei der Bundeswehr. 2017 hatte man dazu bereits über 30.000 Protest-Unterschriften an Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen übergeben.

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