Aus: Ausgabe vom 10.01.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Tödlicher Kuhhandel

Zeitfragen | Di., 19.30, DLF Kultur

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Längst nicht alle Transportfahrzeuge sind mit solchen Tränkesystemen ausgestattet

Die Landwirtschaft in der Bundesrepublik verfügt über dermaßen große Überkapazitäten, dass beständig Tiere ins EU-Ausland und weitere Staaten exportiert werden – 200 Millionen pro Jahr, um genau zu sein. Vorgesehen ist, dass Rinder, Schweine, Schafe und anderes Vieh, auch lebend ihren Bestimmungsort erreichen.

Dass aber Tiere in der Praxis häufig unter für sie lebensgefährlichen Bedingungen transportiert werden, »das kann man eigentlich zur Zeit nicht unterbinden«, sagt Iris Baumgärtner vom Tierschutzbund Zürich und der Animal Welfare Foundation im am Dienstag abend vom Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlten Beitrag. »Wir haben ja einen EU-Binnenmarkt«.

Doch Geschäftemacher finden Wege, lästige Regulierungen zu umgehen. So wird das liebe Vieh teilweise erst in osteuropäische EU-Staaten verladen, mit neuen Marken versehen und dann bis nach Zentralasien, Nordafrika oder Nahost geliefert – ob gesund, im Koma oder tot. (mb)


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