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Aus: Ausgabe vom 10.01.2019, Seite 2 / Kapital & Arbeit
Arbeitskampf

Verdi bestreikt drei Flughäfen

Sicherheitspersonal zur ganztägigen Arbeitsniederlegung aufgerufen
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In der Öffentlichkeit werden von Verspätungen betroffene Flugreisende auch bei diesem Streik gegen die Beschäftigten ausgespielt

Flughafenbetreiber müssen sich an diesem Donnerstag an gleich drei Standorten auf Verspätungen und Ausfälle einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat das Sicherheitspersonal in Düsseldorf, Köln-Bonn und Stuttgart zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen. Dort sei mit »starken Einschränkungen im Luftverkehr« zu rechnen, erklärte Verdi am Mittwoch. Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) bezeichnete die Streiks als »völlig überzogen« und warf Verdi zudem vor, Zusagen nicht einzuhalten.

In Stuttgart sollte der Streik nach Angaben der Gewerkschaft mit der ersten Frühschicht gegen drei Uhr beginnen, in Düsseldorf und Köln-Bonn bereits um Mitternacht. Die Beschäftigten fordern eine Erhöhung des Stundenlohns im Kontrollbereich auf 20 Euro. Nach Angaben der Gewerkschaft bot die andere Seite zuletzt lediglich eine Erhöhung um zwei Prozent pro Jahr bei zweijähriger Laufzeit. Dieses Angebot wies Verdi als zu niedrig zurück.

Der BDLS erklärte indes, ein ganztägiger Streik zu diesem Zeitpunkt der Verhandlungen sei »absurd«. Verdi halte sich zudem nicht an vorab gemachte Zusagen. »Uns wurde versichert, dass zunächst lediglich bis zu vier Stunden gestreikt werde und nun legt man noch vor dem anstehenden Verhandlungstermin ganztägig die Arbeit nieder«, beklagte Verhandlungsführer Rainer Friebertshäuser einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP vom Mittwoch zufolge. Der Verband verwies zudem darauf, dass sich das aktuelle Angebot auf Lohnerhöhungen von zwei bis 6,4 Prozent mehr Lohn belaufe. Eine Sprecherin präzisierte, mit dem vorliegenden Angebot seien Stundenlöhne von bis zu 17,50 Euro drin.

Bereits am Montag hatte ein knapp vierstündiger Warnstreik des Sicherheitspersonals an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld den Flugbetrieb fast völlig lahmgelegt (siehe jW vom 8.1.). Die Verhandlungen im anhaltenden Tarifkonflikt sollen erst am 23. Januar wieder aufgenommen werden.

Die Beschäftigten an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen würden »zu Recht mehr Geld für eine verantwortungsvolle Tätigkeit, von deren Qualität unsere Sicherheit abhängt« fordern, sagte Jan Korte, parlamentarischer Geschäftsführer der Partei Die Linke, der Neuen Osnabrücker Zeitung (Onlineausgabe) am Mittwoch. Er forderte zudem eine Verstaatlichung der Sicherheitskontrollen an Flughäfen. (AFP/jW)

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