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Aus: Ausgabe vom 09.01.2019, Seite 1 / Kapital & Arbeit
Macht, die Regeln zu ändern

Kapitaldruck auf USA und China

Aktienmärkte senden Warnzeichen. Anleger für Entspannung im Handelskonflikt
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Containerhafen in China: Von USA angezettelter Handelskonflikt wird zur Konjunkturbremse

Börsenturbulenzen, Absatzprobleme bei Weltkonzernen, unsichere Konjunktur. Das globale Großkapital hat zuletzt immer deutlichere Warnzeichen Richtung Washington und Beijing gesandt: Der Konflikt muss beendet werden. Am Dienstag sind zweitägige Gespräche zwischen beiden Kontrahenten über ein Ende ihres Handelskrieges in der chinesischen Hauptstadt zu Ende gegangen. Fünf Wochen nach dem Burgfrieden, den die Präsidenten Donald Trump und Xi Jinping Anfang Dezember in Buenos Aires geschlossen hatten, rangen Unterhändler um Fortschritte im als »Handelsstreit« deklarierten Machtkampf. Denn der hatte – unabhängig vom politischen Willen beider Seiten – für immer größere Unsicherheit auf den Finanzmärkten und über die weitere Konjunkturentwicklung gesorgt.

Ein Durchbruch war zunächst nicht erwartet worden. Vielmehr sollen die Gespräche den Weg für Verhandlungen auf höherer Ebene vorbereiten. Die USA beklagen sich u. a. über angeblich mangelnden Marktzugang, zwangsweisen Technologietransfer, Produktpiraterie und staatliche Subventionen in der Volksrepublik.

Washington, das seine nationalen Gesetze verstärkt international durchzusetzen versucht, fordert chinesisches Entgegenkommen und hatte sogar eine Frist bis 1. März gesetzt. Bis dahin wird eine angekündigte weitere Erhöhung der Sonderabgaben auf chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden Dollar von derzeit zehn auf 25 Prozent ausgesetzt. Gibt es keine Einigung, droht eine Eskalation zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften, die auch global schwerwiegende Auswirkungen haben könnte.

Über den Verlauf der Verhandlungen wurde zunächst nichts bekannt. Trump twitterte dennoch: »Die Gespräche mit China laufen gut!« Nun wird allgemein erwartet, dass es bald zu einem Treffen der Chefunterhändler Liu He und Robert Lighthizer kommt. Insider spekulieren zudem über ein Treffen von Trump mit Chinas Vizepräsidenten und Xi-Vertrauten Wang Qishan auf dem Weltwirtschaftsforum vom 22. bis 25. Januar in der Schweiz. (dpa/jW)

Siehe Kommentar Seite 8

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