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Aus: Ausgabe vom 07.01.2019, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Hartnäckige Legende

Mythos Trümmerfrau | Sa., 21 Uhr, Phoenix
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In der Berliner Markgrafenstraße (11. Mai 1949)

Eine Legende, die sich hartnäckig hält, obwohl sie doch schon vor Jahren von Wissenschaftlern, etwa der Sozialhistorikerin Leonie Treber, als solche enttarnt wurde: Sogenannte Trümmerfrauen, die die zerbombten deutschen Städte nach der Befreiung vom deutschen Faschismus wieder besenrein machen – meist mit einem gewinnenden Lächeln auf den Lippen. Bereits Goebbels hatte die Inszenierung solcher Propagandafotos während des Krieges angestoßen. Dass es vornehmlich Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge waren, die beim Steine­klopfen und Bombenentschärfen ausgenutzt wurden, ist bis heute eher Randaspekt. Ab Mai 1945 waren es die Alliierten und professionelle Bautrupps, die die Trümmerräumung vorantrieben. Belastete Nazis mussten mittun. Eine Medienkampagne in Tageszeitungen und Frauenzeitschriften, in der sowohl der Begriff als auch das Bild von der Trümmerfrau eingeführt wurden, lief parallel. Frauen waren fast nur in Berlin und der Sowjetischen Besatzungszone eingesetzt. (mme)

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