Aus: Ausgabe vom 17.12.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Geballte Fäuste

Democracy Now | Online

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Die Malediven sind nicht das einzige Stück Land, das im Meer versinkt, wenn der Klimakatastrophe nicht Einhalt geboten wird – sie wird auch vor den reichen Ländern nicht haltmachen

2009 hatte Mohammed Nasheed, damals Präsident der Malediven, ein Kabinettstreffen einberufen – in Tauchanzügen auf dem Meeresgrund. Damit wollte er aller Welt vor Augen führen, dass der Klimawandel keine Erfindung ist und längst stattfindet: Der Inselstaat wird vom Indischen Ozean verschlungen. Beim UN-Gipfel im polnischen Katowice war Nasheed Leiter der maledivischen Delegation. Während im Hintergrund Aktivisten gegen die Untätigkeit angesichts der Umweltkatastrophe protestieren, spricht Nasheed im Interview mit Amy Goodman von »Democracy Now« davon, dass die Zerstörung der Lebensgrundlagen nicht hingenommen werden dürfe und Widerstand geboten sei. Dieser Überzeugung ist auch ein Sprecher der im Sommer gegründeten Bewegung »Extinction Rebellion«, der es bereits gelungen ist, in London durch Brückenbesetzungen den Verkehr lahmzulegen. Für 2019 plant sie nichts Geringeres als einen weltweiten Aufstand. Ein Eindruck am Rande: die geballten Fäuste der Demonstranten. (jt)


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