Aus: Ausgabe vom 13.12.2018, Seite 1 / Kapital & Arbeit

Lokführer verlassen Verhandlungstisch

Spartengewerkschaft GDL bricht Tarifgespräche ab. Bahn verspricht neues Angebot

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Bei neuem Angebot verhandlungsbereit: GDL-Chef Claus Weselsky (Eisenach, 11.12.2018)

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat am Mittwoch die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn nach Ablauf eines Ultimatums für gescheitert erklärt. Streiks schloss die GDL bis Jahresende aus. Der Gewerkschaftsvorsitzende Claus Weselsky ließ erkennen, dass er wieder zu Verhandlungen bereit wäre, sollte die Bahn ein neues Angebot vorlegen. »Der Ball liegt auf der Seite der Deutschen Bahn AG«, sagte er in Eisenach, wo seit Montag verhandelt worden war.

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler sah dies ähnlich. Laut dpa sagte er: »Ich gehe davon aus, dass wir mit einem verbesserten Angebot auch da den Gesprächsfaden wieder aufnehmen können.« Welche Zugeständnisse es enthält, blieb am Mittwoch aber zunächst offen. Das Unternehmen setzte am Mittwoch in Berlin die am Vortag begonnenen Gespräche mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für rund 160.000 Beschäftigte fort. Strittig ist weiterhin, wie hoch die geforderte Lohnerhöhung ausfällt. Die EVG hatte zu dem Warnstreik am Montag aufgerufen, der den Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmlegte.

Wie die GDL ist auch die EVG mit einer Forderung nach 7,5 Prozent mehr Einkommen bei einer Laufzeit von 24 Monaten in die Tarifrunde eingestiegen. Zuletzt verlangte sie für die erste Erhöhungsstufe 3,5 Prozent. Zumindest sollte eine Drei vor dem Komma stehen, hieß es bei der Gewerkschaft. Je länger die Laufzeit eines Vertrages ist, desto geringer fällt die effektive Lohnerhöhung aus.

Die Bahn strebt an, bei den übergreifenden Tariffragen wie dem Entgelt mit EVG und GDL gleiche Abschlüsse zu erzielen. Der bundeseigene Konzern hatte eine Einkommenserhöhung in zwei Stufen angeboten: 2,5 Prozent zum 1. März 2019, weitere 2,6 Prozent zum 1. Januar 2020, bei einer Vertragslaufzeit von 29 Monaten. Für die Monate Oktober 2018 bis Februar 2019 sollte eine Einmalzahlung von 500 Euro hinzukommen. (dpa/jW)


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