Aus: Ausgabe vom 08.12.2018, Seite 4 / Inland

Warmlaufen für den Wahlkampf

Sächsischer Landesverband von Die Linke trifft sich zum Parteitag

Von Markus Bernhardt
Rico_Gebhardt_59580908.jpg
Rico Gebhardt ist der Spitzenkandidat der Partei Die Linke für die Landtagswahl in Sachsen 2019

An diesem Wochenende kommt der sächsische Landesverband von Die Linke zu einem Parteitag im Historischen Güterboden in Radebeul zusammen. Im Mittelpunkt der Tagung am Sonnabend stehen die Auswertung der jüngst durchgeführten Mitgliederbefragung und die Beschlussfassung über die Schwerpunkte zur Landtagswahl im kommenden Jahr.

Erstmals seit ihrem Bestehen hatten die demokratischen Sozialisten in den letzten Wochen eine Urabstimmung durchgeführt, an der alle der fast 8.000 Linke-Mitglieder im Freistaat teilnehmen konnten. Neben den inhaltlichen Schwerpunkten des Landtagswahlkampfes konnte die Mitgliedschaft auch ihren Wunschkandidaten für die Spitzenkandidatur benennen. Mit 88,7 Prozent der gültigen Stimmen wurde der Erzgebirgler und amtierende Fraktionschef der Linken im Sächsischen Landtag, Rico Gebhardt, nominiert. Inhaltlich votierten die Befragten dafür, im anstehenden Wahlkampf auf Antifaschismus und soziale Themen wie Wohnen, Pflege und Bildung zu setzen. Zudem sollten Forderungen nach gleichem Lohn und gleicher Rente in Ost und West deutlicher formuliert und der Ruf Sachsens als »Billiglohnland« endlich überwunden werden.

»Das Votum ist ein Vertrauensbeweis, der mich als Spitzenkandidat beflügelt, gemeinsam mit allen wahlkämpfenden Genossinnen und Genossen für Die Linke ein Ergebnis zu erreichen, das wir für ein weltoffenes, solidarisches Sachsen in die Waagschale werfen können«, sagte Gebhardt am Freitag im Gespräch mit jW. Er begrüße es, dass zugleich über Person und Inhalte abgestimmt wurde. »Damit haben wir unser Markenzeichen als Partei gestärkt, die eine gemeinsame Idee von einem anderen Sachsen hat, in dem niemand ausgegrenzt wird und Rassismus keine Chance hat«, so der Linke-Fraktionschef.

Die Partei will sich am Sonnabend der Vorbereitung des Europa- und des Kommunalwahlkampfs widmen. Die Herausforderungen, vor denen die sächsische Linke insgesamt steht, könnten kaum größer sein. Droht im Freistaat doch die AfD stärkste Partei zu werden. Zudem steht die Frage im Raum, ob die als nationalkonservativ geltende sächsische CDU gemeinsame Sache mit den »völkischen« Rechten machen wird. Außerdem gilt nicht als ausgeschlossen, dass es auch die neofaschistische NPD im kommenden Jahr wieder zurück in den Landtag schafft.


Lesetip abgeben

Artikel empfehlen:

Infos und Verweise zu diesem Artikel:

Ähnliche:

  • »Bei Kretschmer passt nichts zusammen« (08.10.2018) Vor Landtagswahl 2019: Debatte über Koalition von sächsischer CDU mit AfD. Die Linke warnt vor »Super-GAU«. Ein Gespräch mit Rico Gebhardt
  • Etablierte abgewatscht (26.09.2017) Starke Verluste für Die Linke in Ostdeutschland. Desaströses Abschneiden in Thüringen. Deutliche Zugewinne im Westen retten das Gesamtergebnis
  • Die Mitmachfalle (15.06.2017) Vor zehn Jahren gründete sich Die Linke mit klaren oppositionellen und ­kapitalismuskritischen Grundsätzen. Mittlerweile ist die Partei fest im Staatsbetrieb verankert und muss achtgeben, ihr ursprüngliches Profil nicht ­gänzlich zu verlieren

Regio:

Mehr aus: Inland