Aus: Ausgabe vom 19.11.2018, Seite 16 / Sport

Status: Es ist kompliziert

Von René Hamann
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Ziel erreicht, Portugals Trainer Fernando Santos macht seinen Spielern trotzdem Beine

Blickt noch jemand durch? Also, was die Nations League (NL) und die anstehende EM betrifft? Wer sich da qualifiziert und wa­rum und so? Angeblich steht jetzt fest: Dass die Endrunde der NL im März 2019 in Portugal stattfindet, weil die sich als erstes für diese Endrunde qualifiziert haben (als Sieger der Gruppe A3). Die vier Teams, die diese Endrunde spielen, sind die vier Gruppensieger, die sich aber außerdem noch für die Play-offs qualifizieren, die ein Jahr später im März 2020 stattfinden. Also, die Endrunde wird gleich zweimal gespielt, nur beim zweiten Mal ohne Finale, dafür mit Tickets für die EM für die Sieger. Oder auch anders. Man weiß es nicht. Denn eine »herkömmliche« Qualifikation soll es ja auch geben, die ebenfalls im, äh, März 2019 beginnt. Kann also sein, dass sich Portugal über die »herkömmliche« Quali qualifiziert, nachdem es die heimische Endrunde gewonnen hat, was für die EM aber völlig irrelevant ist. Da sie aber eh schon qualifiziert sind, müssen sie in den folgenden Play-offs nicht mehr antreten; den Platz nimmt dann Italien ein, es sei denn, die haben sich auch schon qualifiziert.

Ah je! Für Deutschland heißt das zum Beispiel: Scheitern sie auch in der »herkömmlichen« Quali, die übrigens ratzfatz gespielt werden muss, haben sie noch eine Chance, wenn sich die Niederlande und Frankreich schon qualifiziert haben. Eine Wildcard zu den Play-offs, heißt das. Für die Play-offs sind übrigens, da muss man sich dann zurückerinnern, alle 16 Gruppensieger der NL qualifiziert, jede der vier Ligen spielt ihren EM-Teilnehmer aus. Also kann es sein, dass es kein Deutschland gibt bei der EM, aber Georgien (Tabellenführer der Gruppe D1), wenn die sich in den D-Play-offs gegen Luxemburg (als Sieger Gruppe D2) durchsetzen.

Um den Irrsinn komplett zu machen: Es kann sein, dass der erste NL-Sieger, nehmen wir Portugal, am Ende gar nicht bei der EM dabei ist, nämlich dann, wenn sie erst die »herkömmliche« Quali vergeigen und dann noch in den Play-offs versagen. All out!

Irrer kann es nicht werden? Oh doch! Arabische Investoren wollen der FIFA 25 Milliarden Dollar hinblättern, für eine Klub-WM mit 24 Teams und eine globale Nations League mit einem Finalturnier kontinentaler Champions (hä?). FIFA-Boss Gianni Infantino scheint nicht abgeneigt.

Und ach so, die Super League steigt dann auch noch.


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