Aus: Ausgabe vom 07.11.2018, Seite 8 / Ansichten

Missionare des Tages: Bütikofer und Brok

Von Klaus Fischer
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Reinhard Bütikofer (Grüne, links) und Elmar Brok (CDU)

Zwei Missionare attackieren die deutsche Kanzlerin. Reinhard Bütikofer und Elmar Brok wollen verhindern, dass »Europa« abhängig von russischem Gas wird. Diese Schreckensvorstellung lässt freiheitsliebende Verehrer des sagenumwobenen Überstaates mit Postadresse Brüssel nicht ruhen. Mit »mehr als 60« weiteren Mitgliedern des »Europäischen Parlaments« (das zählt 751 Köpfe) verschickten sie an Angela Merkel einen unterschwelligen Droh- und Schmähbrief des Inhalts: »Nord Stream 2« muss weg. Das Ultimatum in dem am Dienstag veröffentlichten Schreiben lautete: »Wählen Sie den europäischen Weg, nicht den Weg ›Deutschland zuerst‹.« Wie gemein.

Die Pipeline soll ab 2020 jährlich 55 Milliarden Kubikmeter des flüchtigen Kohlenwasserstoffgemischs nach Deutschland pumpen. Prompte Lieferung und günstige Preise dank der nun irrelevanten Abzapfstellen in der Ukraine und hohen Durchleitungsgebühren in Polen inbegriffen. Das hat unsere Freunde in den betroffenen Nachbarregierungen tief verletzt. Warschau bekommt keine Mautmilliarden wie bisher, Kiew fürchtet um seine nachhaltige Energiereserve.

Was aber haben der »Grüne« Bütikofer und der »Schwarze« Brok mit der Sache zu tun? Ganz einfach: Sie sind Partei. Spätestens seit Trump die halbe Welt mit Wirtschaftssanktionen und Strafen im Namen eines »großartigen Amerika« überzogen hat, wogte auch die Erregung in Brüssel und Strasbourg wieder hoch. Die USA wollen ihr verflüssigtes Frackinggas in der EU verkaufen. Dringend und zu politischen Preisen. Da konnte das Mitglied des Kuratoriums des hiesigen Ablegers der US-»Denkfabrik« »Aspen Institute« Bütikofer nicht anders. Er musste handeln. Und der seit 1980 (!) im EU-Parlament hockende Ukraine-Versteher Brok, der einst den »Guten« beim Maidan-Putsch allerlei Ratschläge gegeben haben soll, will sicher wieder für seine Kumpels in Kiew eine Lanze brechen. Alles wie immer.


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