Aus: Ausgabe vom 15.10.2018, Seite 8 / Abgeschrieben

Tausende in Frankfurt auf der Straße

Das Bündnis »Wir sind mehr« aus Frankfurt am Main erklärte am Sonntag:

Das letztendlich aus 52 Vereinen, Initiativen, Gewerkschaften und Parteien bestehende Bündnis »#wirsindmehr Frankfurt« rief für den 13. Oktober zu einer musikalischen Demonstration in der Mainmetropole auf – bis zu 8.000 Menschen folgten dem Aufruf. Damit wurden die Erwartungen des Bündnisses erreicht, und es setzte ein deutliches Zeichen gegen den Rechtsruck in Deutschland und Europa.

»Vor sechs Wochen entschlossen wir uns im kleinen Kreis, diese Demonstration aufzuziehen und vor vier Wochen hatten wir unser erstes Bündnistreffen und konnten mit der eigentlichen Organisation beginnen. Viele von uns hatten insbesondere in den letzten anderthalb Wochen 14- bis 18-Stunden-Tage. Zum Vergleich: Andere Organisationen planen Veranstaltungen dieser Größenordnung über einen Zeitraum von neun bis zwölf Monaten! Und wenn ich nun sehe, wie viele Menschen gekommen sind und wieviel Spaß ihr dabei habt, ein deutliches Zeichen gegen Hass und Ausgrenzung zu setzen, dann weiß ich, dass sich die ganze Arbeit gelohnt hat«, erklärte Bündnissprecher Andreas Bender am Sonnabend um kurz vor 22 Uhr auf der Hauptbühne am Roßmarkt.

Zwischen 13 und 14 Uhr sammelten sich bereits etwa 4.000 Menschen auf dem Baseler Platz. Bis sich der Demonstrationszug dann mit einer halben Stunde Verspätung in Richtung Messe in Bewegung setzte, zählte das Bündnis 5.400 Teilnehmer. Als der Demonstrationszug nach dem ersten Halt an der Messe weiterzog, zählten die Veranstalter etwa 8.000 Teilnehmer.

Zu einem Brandanschlag auf das Auto des Leipziger Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann teilte Die Linke Sachsen am Sonnabend mit:

In der heutigen Nacht, gegen 3.20 Uhr wurde ein Brandanschlag auf das Wahlkreisauto von MdB Sören Pellmann verübt. Das Fahrzeug war nicht als Parteiauto erkennbar. Lediglich der Name von Sören Pellmann und ein Foto von ihm waren sichtbar. Nach mehreren Bedrohungen verbaler Art im Wahlkreisbüro, ist das nunmehr ein absoluter Höhepunkt. Das Auto hat nach ersten Angaben einen Totalschaden erlitten. Es war bereits mit Materialien gepackt und sollte heute zur »Unteilbar«-Demo nach Berlin fahren. Da das Auto klar zuzuordnen war, gehen wir von einem politischen Anschlag aus. Strafanzeige wurde gestellt. Die Polizei und der Staatsschutz ermitteln.

Offenbar ist dies eine neue deutlich verschärfte Form der politischen Auseinandersetzung. Dazu erklärt MdB Sören Pellmann: »Ich werde mich durch diesen Angriff in meiner politischen Arbeit nicht beeindrucken lassen. Auch mein Engagement für die sozial schlechter Gestellten und gegen Nazis und Rassisten werde ich uneingeschränkt fortsetzen. Außerdem macht es mich betroffen, dass zwei benachbarte Autos in Mitleidenschaft gezogen wurden. Eins davon gehört einem älteren Ehepaar, das auch keine Kasko-Versicherung mehr hat. Ich werde mich in den kommenden Tagen mit diesem Ehepaar in Verbindung setzen und ggf. einen entsprechenden Spendenaufruf machen.«


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