Aus: Ausgabe vom 20.09.2018, Seite 2 / Ausland

Durchbruch in Pjöngjang

Nord- und Südkorea einigen sich auf Abrüstung und Entspannung

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Südkoreas Präsident Moon Jae In und Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un am Mittwoch in Pjöngjang

Nord- und Südkorea wollen die militärischen Spannungen abbauen und eine vollständige Denuklearisierung der Halbinsel erreichen. Das erklärten Südkoreas Staatschef Moon Jae In und sein nordkoreanischer Amtskollege Kim Jong Un bei einer gemeinsamen Pressekonferenz aus Anlass ihres Gipfeltreffens am Mittwoch in Pjöngjang. Grundlage für die weiteren Fortschritte sei die Erklärung von Panmunjom, die beide bei ihrer ersten Begegnung im April unterzeichnet hatten, sagte Kim. Der Staats- und Parteichef kündigte zudem an, Seoul besuchen zu wollen, und Moon ergänzte, diese Visite werde voraussichtlich noch in diesem Jahr stattfinden. Es wäre der erste Besuch eines nordkoreanischen Staatsoberhaupts in der südkoreanischen Hauptstadt.

Pjöngjang erklärte sich auch bereit, die Schließung des Raketentestgeländes und der Abschussrampe in Tongchang-Ri durch Vertreter der »betroffenen Länder« beobachten zu lassen. Nordkorea werde auch die Atomanlagen in Yongbyon schließen, falls die USA ihrerseits Schritte zur Entspannung unternähmen, hieß es. Dabei könne es sich um eine offizielle Erklärung zur Beendigung des Korea-Kriegs handeln, so Südkoreas Nationaler Sicherheitsberater Chung Eui Yong.

Bei dem Gipfeltreffen beschlossen die beiden Staatschefs zudem, sich gemeinsam um die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele 2032 zu bewerben. Ebenso verabschiedeten sie ein Militärabkommen, das dazu dienen soll, bewaffnete Zusammenstöße zwischen den beiden Ländern zu verhindern. Schritt für Schritt sollen Wachposten und Ausrüstung von der gemeinsamen Grenze abgezogen werden. Außerdem wollen Kim und Moon noch in diesem Jahr offiziell die Bauarbeiten zur Verbindung der Eisenbahnen und Straßen beider Länder eröffnen. Auch die Tätigkeit im gemeinsamen Industriepark in Kaesong soll wieder »normalisiert« werden. Er war nach einem nordkoreanischen Atomtest 2016 von Seoul geschlossen worden.

In Moskau, Beijing und Washington wurden die Vereinbarungen begrüßt. Von »guten Nachrichten« sprach der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow am Mittwoch in Moskau. US-Präsident Donald Trump Trump bezeichnete die Vereinbarungen als »sehr aufregend«. Chinas Außenamtssprecher Geng Shuang kündigte an, dass die Volksrepublik als unmittelbarer Nachbar die Aussöhnung und Zusammenarbeit zwischen beiden Koreas unterstützen werde. (Xinhua/Reuters/dpa/AFP/jW)


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