Aus: Ausgabe vom 14.09.2018, Seite 11 / Feuilleton

Dito!

Von Wiglaf Droste

Mannigfach sind die Ausdrucksmöglichkeiten der Verblödungsaffirmation; der chronische Jasager besteht unbedingt auf Pluralismus. Ein Wort, an dem man ihn sicher erkennen kann, ist »dito«, was »ebenfalls« und »ebenso« bedeutet, häufig aber auch im Sinn von »ich auch«, »das sehe ich genauso« und »dem schließe ich mich an« verwendet wird. Wenn einer einem anderen »Herzlichen Glückwunsch« oder »Herzliches Beileid« wünscht und sich ein Dritter mit einem souverän sein wollenden »Dito!« einklinkt und anflanscht, weiß man, warum »dito« stark nach Idiot klingt – da fehlt dem »dito« nur ein »i«.

In einem Land, in dem Discounter vier oder maximal fünf Buchstaben haben dürfen – Aldi, Lidl, Plus, Real, Norma, Netto –, sollte für eine Wühltischhökerkette namens Dito oder sogar Dito Idiot noch Platz sein, und auf die Konversation mündiger Konsumenten kann man sich schon freuen: »Wo jehsten einholen?« – »Na, bei Dito doch! Und selba?« – »Dito!«

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