Aus: Ausgabe vom 06.09.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Osteuropäer abgezockt

Studio 9 | Mi., 6.35 Uhr, DLF Kultur

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In Berlin stehen nicht nur Wohnungen leer, sondern marode Unterkünfte werden auch zu Wucherpreisen an Menschen vermietet, die auf dem »normalen« Wohnungsmarkt keine Chance haben

Eine bezahlbare Mietwohnung in Berlin zu finden, das ist so etwas wie ein Sechser im Lotto. Die große Nachfrage sorgt bei Baulöwen für Traumrenditen. Und dann gibt es noch die Hausbesitzer, die gar nichts ausgeben und trotzdem kassieren – bei Menschen, die sich nicht wehren können. Manfred Götzke hat für seine Reportage »Schlimmer wohnen« ein abrissreifes Haus besucht. Die darin lebenden Rumänen und Polen zahlen für das löchrige Dach überm Kopf horrende Mieten – so wie der junge Mann, der schwarz auf einer Baustelle schuftet, oder die Frau, die für 1.000 Euro monatlich mit fünf Kindern auf 50 Quadratmetern haust. »Aus reiner Not« zögen Leute in Bruchbuden ohne Heizung und Warmwasser, sagt die Berliner Grünen-Politikerin Susanna Kahlefeld. Ihre Partei ist mit SPD und Die Linke Teil der Stadtregierung. Die will Schrottimmobilienvermieter über eine Gesetzesnovelle künftig zeitweise enteignen. Nach Sanierung sollen die Mieteinnahmen solange an den Stadtbezirk fließen, bis die Kosten dafür »abgestottert« sind. (jf)

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