Aus: Ausgabe vom 03.09.2018, Seite 16 / Sport

Die Wahrheit über den 2. Spieltag

Von Klaus Bittermann
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Wer hat mehr davon? Dortmunds Thomas Delaney (r.) im Kampf um den Ball

Bereits nach dem 2. Spieltag hat man das Gefühl von Business as usual, Bayern siegt wieder ohne Probleme. Stuttgart kam kaum aus der eigenen Hälfte heraus oder wollte das erst gar nicht, um die Niederlage nicht noch höher als 0:3 ausfallen zu lassen. Und diesmal benötigten die Bayern nicht mal eine Schwalbe von Ribéry, um das Spiel zu drehen.

Der BVB zeigte beim 0:0 in Hannover vor allem, dass er noch weit entfernt ist von einer Form, mit der man den Bayern gefährlich werden könnte. Die Dortmunder waren in den Zweikämpfen nicht präsent genug, dazu kamen schnelle Ballverluste. So sah die Diagnose von Trainer Lucien Favre aus, und da könnte man noch einiges hinzufügen: Die Dortmunder spielten nicht präzise und ließen sich durch das hohe Anlaufen der Hannoveraner unter Druck setzen. Wenn aber eine Mannschaft die andere schon in deren Hälfte beharkt, dann sollte eine Mannschaft mit dem Anspruch des BVB in der Lage sein, die sich bietenden Räume zu nutzen, wozu es aber eines Spielmachers bedarf, der mehr zustande bringt als Dahoud. So fleißig er läuft, so selten bringt er einen entscheidenden Pass zustande.

Der BVB hätte das Spiel dennoch gewinnen müssen, Reus vergab zwei hundertprozentige Chancen. Hannover agierte an seinem Limit, ohne eine einzige erwähnenswerte Chance herauszuspielen. Zumindest kommt es für die Dortmunder auf Ballbesitz allein nicht mehr an. Die Innenverteidiger schoben nicht mehr wie in der letzten unglückseligen Saison hinten den Ball hin und her, Diallo und Akanji spielten häufig auch steil. Aber es gibt im Dortmunder Spiel einfach noch zu viele Missverständnisse. Es knarzt im Spielaufbau, und das ist auch nicht verwunderlich, muss Favre doch jede Menge neue Spieler integrieren, während die Bayern sich auf den eingespielten Kader verlassen können.

Zu den Überraschungen des Spieltags kam es in anderen Stadien. Wolfsburg gewann bei den favorisierten Leverkusenern mit 3:1 und machte zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, an die letzte Saison anknüpfen zu wollen. Die VW-Wölfe hielten auf Augenhöhe auch in Phasen dagegen, in denen Leverkusen überlegen war. Als nächstes wird Heiko Herrlich mit seiner Mannschaft bei den Bayern seine 3. Niederlage kassieren. Dann wird die Sache schon etwas unangenehmer. Nach Frankfurt ist der verlorene Sohn Kevin Trapp zurückgekehrt, nachdem er in Paris kaum noch Chancen hatte, das Tor zu hüten. Sein Einstand gegen Bremen war nicht sehr erfreulich, das hart umkämpfte Spiel gewann Werder in der 96. Minute durch ein Freistoßtor von Rashica.

Die Eintracht musste eine Stunde lang in Unterzahl spielen, weil Linksverteidiger Willems seine Nerven nicht im Griff hatte und seinem Gegner so offenkundig ins Gesicht schlug, dass nicht mal ein Videobeweis nötig war, woran man sehen kann, dass Frankfurt trotz der drei Punkte, die es in Freiburg holte, nervös ist, denn auch bei der Eintracht ist der Umbruch riesig, während die Bremer mit Sahin zusätzliche Spielstärke gewinnen dürften. Dagegen soll in Dortmund der ehemalige Bremer Delany im Mittelfeld die Bälle erobern. Die Frage ist, welcher Verein mehr davon hat.

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