• Wochenendgespräch

Aus: Ausgabe vom 18.08.2018, Seite 1 (Beilage) / Wochenendbeilage

»Lebensqualität muss in den Mittelpunkt unseres Daseins«

Gespräch mit Ingo Froböse. Über Menschen, die ihren Hintern nicht hochkriegen, ein Gesundheitssystem, das Krankheit fördert, und den Verlust der Körperlichkeit

Interview: Ralf Wurzbacher
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Gesundheit als Religion? Fitnessstudio in New York

Sie waren federführend an der Erstellung des Gesundheitsreports »Wie gesund lebt Deutschland?« der Deutschen Krankenversicherung AG, DKV, beteiligt (siehe jW-Bericht vom 1.8.2018). Als Sie die neueste Ausgabe Ende Juli vor Pressevertretern in Berlin vorstellten, sagten Sie Sätze wie diesen: »Keiner scheint ein grundsätzliches Interesse daran zu haben, dass wir gesund bleiben. Geld verdient man nun mal mit Krankheiten.« Oder diesen: »Man hat es geschafft, uns mit Nebensächlichkeiten zu fesseln und uns dadurch ökonomisch auszunutzen.« Das klingt arg verschwörerisch, so als machten uns böse Mächte gezielt krank und faul, um aus unserer Krank- und Faulheit Kapital zu schlagen. Wollen Sie das so stehenlassen?

Auf jeden Fall, allein deshalb, weil ich glaube, dass Provokation der beste Weg ist, etwas zu bewirken. Aber auch in der Sache ist an meiner Zuspitzung viel Wahres dran. Unser Gesundheitswesen ist vom Grundsatz her so ausgerichtet, dass es erst eingreift, sobald der Mensch krank ist – dann also, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Viel besser für den einzelnen und die Allgemeinheit, weil viel effektiver, nachhaltiger und günstiger, wäre ein System, das die Versicherten frühzeitig auf den Pfad der Tugend, also der Gesundheit und der Lebensqualität, bringt. Das heißt: Geld darf nicht erst fließen, wenn eine Diagnose gestellt ist und Therapie und Heilung angesagt sind. Die Krankenkassenbeiträge müssen vielmehr dafür genutzt werden, dass sich die Versicherten gesund, fit und leistungsfähig halten und so gar nicht erst krank werden.

Das klingt ein bisschen nach Binsenweisheit und angesichts der tonangebenden Interessen im Gesundheitssektor auch ziemlich naiv. Wie und durch wen soll dieser Systemwechsel bewerkstelligt werden?

Nur weil etwas einfach erscheint, ist es nicht naiv, geschweige denn falsch. Fangen wir damit an, dass natürlich jeder einzelne etwas verändern kann, indem er nämlich damit anfängt, mehr für seine Gesundheit zu tun, sei es durch mehr Bewegung, Sport, besseres Essen oder Stressabbau. Das fördert nicht nur das eigene Wohlbefinden, sondern nimmt auch Druck aus dem System, weil damit einer weniger therapiert werden muss. Und je mehr mitmachen, desto größer werden die Spielräume, die vorhandenen Mittel sinnvoller einzusetzen. Heute geht der Löwenanteil der Ausgaben für Diagnosen und Therapien drauf, während höchstens ein bis zwei Prozent des Gesamtvolumens auf die Prävention entfallen.

Wie müsste das Verhältnis in Ihren Augen aussehen?

Die Chinesen haben es vorgemacht. Früher hat man einen Arzt in China nur bezahlt, wenn er die Menschen gesund hielt und diese gerade nicht krank wurden. Angelpunkt in diesem System war die Gesundheit, während es in unserem die Krankheit ist. Nehmen wir die Volkskrankheit Rückenschmerz: In den vergangenen Jahren haben wir etliche Millionen Menschen durch Rückenschulen gejagt, trotzdem gehen die Fallzahlen nicht zurück, im Gegenteil. Oder: Wir wissen seit Jahrzehnten über die Ursachen und Wirkungen von Diabetes Bescheid. Und trotzdem soll es keine Strategie dagegen geben? Das ist Unsinn. Die Strategie muss sein, Menschen so früh wie möglich, am besten in der Kindheit, zu einem gesünderen Lebensstil anzuleiten. Das schließt ausdrücklich gezielte Bildungsarbeit ein, die Notwendigkeit also, Menschen, die ihre Gesundheit aus welchen Gründen auch immer nicht pflegen, zu unterstützen, zu erziehen, zu führen.

Nestlé, McDonald’s und Coca-Cola werden derlei »Gesundheitsdiktatur« zu verhindern wissen …

Das ist ja das Fatale. Die Konsumenten, vor allem unsere Kinder, werden permanent mit Werbung für krankmachende Lebensmittel bombardiert, und der Staat guckt untätig zu, wie die Menschen immer dicker, unbeweglicher, kränker werden und das Gesundheitssystem vor die Hunde geht. Es ist höchste Zeit für wirksame Gegenaufklärung, für einen proaktiven und systemischen Ansatz.

Und wen sehen Sie in der Zuständigkeit bei dieser kollektiven Umerziehung zum gesunden Leben? Doch nicht die Krankenversicherer.

Das Wort trifft es: Krankenversicherung – und nicht Gesundheitsversicherung. Damit fängt das Übel an. Sehen Sie: Wir erfahren über das Liebesleben der Bienen heute mehr als darüber, wie man mit seinem Körper kompetent umgeht. Was muss ich tun, um mein Leben lang gesund, vital und leistungsfähig zu sein? Wie wichtig sind Bewegung und Sport zur Gesunderhaltung? Wie muss ich mich ernähren? All das bringt man den Menschen einfach nicht bei, obwohl das zum elementarsten Allgemeinwissen gehören müsste. Statt dessen reduziert sich unser Wissen auf eine verkappte Krankheitskompetenz, die wir uns aus dem Internet zusammenstückeln.

Noch einmal: Wer trägt die Verantwortung, das zu ändern?

Natürlich muss die Politik die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Da sind aber mehr gefragt als nur der Gesundheitsminister. Es braucht einen interministeriellen Ansatz, weil es um eine gesamtstaatliche Aufgabe geht, um eine andere Lebensphilosophie: dass eben nicht nur Leistung, sondern Lebensqualität in den Mittelpunkt unseres Daseins rücken muss. Unser Wirtschaftssystem, der Kapitalismus, zwingt uns ja nicht dazu, unsere Gesundheit zu ruinieren. Die Lebens- und Arbeitswelt lässt sich durchaus so gestalten, dass neben dem Geldverdienen auch ein gutes und gesundes Leben möglich wird. Zum Beispiel ist die Sportbegeisterung in Skandinavien nicht gottgegeben. Die Infrastruktur in diesen Ländern ist viel stärker auf Bewegung ausgelegt. In Dänemark gibt es Schnellstraßen für Radler, im Kindergarten gehört Bewegung an der frischen Luft zum Bildungsauftrag. Warum soll das nicht auch bei uns gehen?

Wie und wo sollte »Erziehung zur Gesundheit« konkret stattfinden?

Das Thema sollte unbedingt Bestandteil der familiären Erziehung sein, und darüber hinaus gilt es, weitere Grundlagen so früh wie möglich, am besten bereits in der Kita und Grundschule, zu vermitteln. Denn was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.

Sie fungieren als Sachverständiger des Bundestages in Fragen der Prävention. Haben Sie das Gefühl, mit Ihren Vorstellungen zu den Entscheidern durchzudringen?

Ich bin sehr froh darüber, dass wir seit 2016 ein Präventionsgesetz haben. Damit sind die Vorbeugung von Krankheiten, die Gesundheitsförderung und Früherkennung eine eigenständige Säule im Gesundheitssystem. Allerdings hat es zehn Jahre gebraucht, dorthin zu kommen. Und natürlich kann das nur ein Anfang auf dem Weg dahin sein, endlich die lebensstilbedingten Krankheiten einzudämmen. Diese verschlingen schließlich den Großteil der Ressourcen im System. Leider erlebe ich aber, dass die Lobbyisten alles daran setzen, die Ausweitung der Prävention zu blockieren.

Wer sind diese Lobbyisten?

Neben den Pharmafirmen sind das vor allem die Ärzte. Die essen sich an dem Kuchen, den unser Krankheitssystem ihnen beschert, schön satt und werden deshalb den Teufel tun, die Prävention auf ein höheres Niveau zu heben. Allein die Behandlung von Rückenleiden kostet die Kassen jährlich neun Milliarden Euro. Nimmt man alles zusammen, also Ausfalltage, Unfallkosten und die ganzen – vermeintlich – rückenschonenden Produkte, die vertrieben werden, kommen wir auf Ausgaben von 55 Milliarden Euro pro Jahr. Klar besteht da kein Interesse daran, dass es demnächst keine Wirbelsäulenoperationszentren mehr gibt. Dabei lassen sich 90 Prozent der Rückenschmerzen auf muskuläre Defizite zurückverfolgen, also auf mangelnde Bewegung, und nur ganz selten auf den viel zu häufig diagnostizierten Bandscheibenvorfall.

Auch in besagtem DKV-Report beklagen Sie die grassierende Bewegungslosigkeit der Deutschen. Wie schlimm ist die Lage?

Die Lage ist schon schlimm, aber verschlechtert sich immer mehr. Nur 15 Prozent der Befragten bewegen sich noch regelmäßig. Das von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Mindestmaß an körperlicher Aktivität im Umfang von 150 Minuten pro Woche schaffen nur noch 43 Prozent, nach 60 Prozent bei der Erhebung von 2010. Und dabei geht es nicht um Leistungssport, sondern um Dinge wie Treppensteigen, Spazierengehen, Radeln. Bewegungsmangel ist eine der Kardinalursachen für viele gesundheitliche Probleme: Diabetes, Rückenschmerzen, Übergewicht, Fettleibigkeit, Arteriosklerose und viele mehr.

Warum sind die Deutschen ein Volk von Bewegungsmuffeln?

Eine Hauptursache sind fraglos die Veränderungen in der Arbeitswelt. Früher hat man sich im Beruf viel stärker körperlich betätigt. Passend dazu zeigt sich, dass Leute in klassischen Arbeiterberufen heute geringere Bewegungsdefizite aufweisen als Angehörige der Mittel- und Oberschichten. Größte Sorgen bereiten mir die 30- bis 50jährigen Akademiker, die täglich ein Glas Rotwein schlürfen und Mitglied im Fitnessstudio sind, ohne hinzugehen. Das heißt: Mehr Geld zu haben bedeutet zwar, bessere Heilungschancen im Krankheitsfall zu haben, aber nicht, dass man per se aktiver und gesünder lebt.

Eben weil Akademiker immer mehr Zeit vorm Computer verbringen?

Zweifellos. Seit dem Siegeszug von Bill Gates ist bei der Arbeit vielfach nur noch Sitzen angesagt. Der Durchschnittsdeutsche hockt werktags 7,5 Stunden auf seinen vier Buchstaben. Unsere Lebens- und Arbeitsumwelt passt einfach nicht mehr zu unserer Biologie. Man ist deshalb nicht aufgeschmissen und muss sich einfach nur klarmachen: Wenn du dir heute keine Zeit für Bewegung nimmt, verbringst du später viel Zeit mit Krankheiten und Beschwerden.

Sagen Sie mal einem Callcenterarbeiter, der täglich acht Stunden vor dem Bildschirm klebt und damit kaum Geld verdient, dass er abends ausgedehnt spazieren und sich anschließend eine vollwertige Mahlzeit kochen soll.

Deshalb meine ich ja, dass die Politik gefragt ist, für die Rahmenbedingungen zu sorgen, damit Bewegung in Beruf und Freizeit wieder möglich, das heißt zur Normalität, wird. Beispiel Städteplanung: Bei uns in Deutschland kommt der Mensch dabei gar nicht mehr vor, es geht nur noch um Verkehr, darum, mit dem Auto möglichst bis vor die Käsetheke fahren zu können. Das menschliche Bedürfnis nach Bewegung kommt dabei unter die Räder. Ich sage aber auch: Jedes Individuum hat die verdammte Pflicht, seine biologischen Ressourcen zu hegen und zu pflegen und Maßnahmen persönlicher Art zur Gesunderhaltung zu ergreifen. Denn was ist wertvoller als die eigene Gesundheit?

Welche Rolle spielen dabei die Erziehung im Elternhaus oder die Bildung in den Kitas und Schulen?

Eine ganz entscheidende. Es geht damit los, dass uns und speziell Kindern die Vorbilder fehlen. Auch in den meisten Familien ist das Vorleben sportlicher Betätigung verlorengegangen. Alle gucken Sport im Fernsehen, kriegen aber selbst den Hintern nicht hoch. Gerade am Wochenende verbringen wir Stunden damit, Menschen von der Couch aus dabei zuzusehen, wie sie Sport treiben, genau dann, wenn eigentlich Zeit wäre, eigene Aktivitätsdefizite aufzuholen. Außerdem sind das, was wir auf dem Bildschirm sehen, Gladiatorenwettkämpfe, die nichts mit dem zu tun haben, was ich mir vorstelle: sich in einem gesunden und verträglichen Maß bewegen zu wollen und zu müssen.

Die Politik ist drauf und dran, digitale Medien in den Regelunterricht der Schulen einzubauen, obwohl schon jetzt immer mehr Kinder und Jugendliche vom übermäßigen Mediengebrauch körperlich und geistig gestört sind und Spielen, Rennen und Toben viel zu kurz kommen. Wie finden Sie das?

Für mich und meine Mitstreiter war PISA der Super-GAU. Damit sind diese ganzen Verkopften in die Offensive gekommen, die meinen, pauken gehe über alles. Die Schüler von heute mögen über tolle Kompetenzen in Mathe, Physik und auch Biologie verfügen – Kompetenz im Umgang mit dem eigenen Körper und der eigenen Gesundheit gehört nicht dazu. Ich sage nicht, dass digitale Medien in der Schule nichts zu suchen hätten. Aber wir müssen sie sinnvoll einsetzen, nicht nur als Selbstzweck und weil es die IT-Industrie so will. Auf keinen Fall dürfen wir Tablets und Smartphones die Kontrolle im Klassenzimmer überlassen und die Lehrer weiter zurückdrängen. Ich fürchte aber, dass wir uns genau in diese Richtung bewegen.

Laut DKV-Report leben hierzulande nur noch neun Prozent wirklich gesund, während es bei der 2010er-Ausgabe noch 14 Prozent waren. Wie passt das damit zusammen, dass in bestimmten Bevölkerungsschichten ein regelrechter Gesundheitswahn um sich greift? Immer mehr gehen ins Fitnessstudio, nutzen Ernährungs-Apps, Fitnesstracker. Ist das kein Widerspruch?

Wir erleben hier einen Trend, mit dem Gesundheit und Fitness zur Religion werden. Da wird vieles durch die Industrie und die Medien gesteuert, nach dem Motto: Unternehmt und kauft alles, was euch gesund, stark, attraktiv, schön macht und euch jung hält. Zu dieser Hysterie gehört es auch, dass die natürliche Alterung mit Krankheit gleichgesetzt wird. Dabei zeigt der DKV-Report, dass gerade Menschen zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr damit anfangen, sich deutlich gesundheitsbewusster zu verhalten. Den größten Raubbau an ihrer Gesundheit betreibt dagegen ausgerechnet die Gruppe der 18- bis 29jährigen.

Das ist genau der Kreis, den die neue Fitnesswelle besonders anspricht.

Gesund zu leben, heißt doch nicht, im Fitnessstudio zu pumpen. Heute züchten viele ihren Körper, um bestimmte Äußerlichkeiten zu stilisieren, was aber mit dem Innenleben und körperlichem Wohlbefinden nichts zu tun hat. Außen funkelt ein Ferrari-Chassis, und innen rumpelt ein Trabbi-Motor. Jeder fünfte 18- bis 29jährige startet heute unausgeruht in den Tag, Müdigkeit ist ihr ständiger Begleiter. Dagegen werfen sie dann Pillen ein, die die Gesundheit noch mehr kaputtmachen. Wir haben in unserer Gesellschaft kein Belastungsproblem, auch wenn die Belastungen größer geworden sind. Wir haben ein Regenerationsproblem, weil die wenigsten wissen, was gut für sie ist, was ihr Körper braucht, was an Pausen nötig ist. Wir haben die Balance verloren zwischen Beanspruchung und Erholung. Die ganzen psychischen Leiden, die vielen Fälle von Burnout und Depressionen, gehen im wesentlichen darauf zurück, dass wir verlernt haben, von dem, was uns strapaziert, loszulassen.

Die Durchdigitalisierung der Lebenswelt erscheint gerade nicht geeignet, diese Entwicklung aufzuhalten. Eher gilt das Gegenteil, oder?

Das ist meine große Sorge. Wenn ich alles an die Technik delegiere – ob meine Herzfrequenz oder mein Vitaminhaushalt stimmt, ob ich zu faul oder zu dick bin –, dann büße ich nach und nach mein Körperbewusstsein ein, meine Leiblichkeit. Ich verteufele die neuen Techniken nicht rundherum. Sie können mich durchaus in dem unterstützen, was ich über mich erfahren möchte. Sie sollen mir aber nicht mein Körpergefühl abnehmen und die Entscheidung darüber, was ich brauche und was mir guttut.

Was braucht es an körperlicher Ertüchtigung, um ein halbwegs gesunder Mensch zu sein?

Kindern ist zu regelmäßiger sportlicher Aktivität zu raten, weil sie höhere Belastungen vertragen und das für ihre Entwicklung auch brauchen. Zum Spiel auf Straße und Spielplatz sollte deshalb nach Möglichkeit die Betätigung in einem Sportverein kommen. Sind Kinder mit Spaß aktiv, hält sie das auch von übermäßigem Handygebrauch ab. Erwachsenen empfehle ich, Bewegungspunkte zu sammeln, das heißt bewusst jede Gelegenheit zu nutzen, in Bewegung zu kommen, also: den Einkauf zu Fuß erledigen, mit dem Rad zur Arbeit fahren, Aufzüge und Rolltreppen meiden. Überhaupt ist die Treppe die wichtigste Trainingsstätte des Alltags. 40 Etagen pro Woche hochsteigen ist ein Wohltat fürs Herz-Kreislauf-System. Wer das alles beherzigt und 6.000 Schritte täglich auf den Beinen ist, hat schon sehr gute Voraussetzungen, gesund und vital durchs Leben zu gehen.

Was wäre, wenn sich alle an die Vorgaben hielten?

Wir hätten deutlich weniger Diabetesfälle, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Rückenleiden und Menschen mit psychologischen Problemen. Denn Körper und Geist gehören zusammen, auch das lehren uns die Chinesen. Außerdem würden die Fälle von Pflegebedürftigkeit spürbar zurückgehen, weil mobile Menschen bis ins hohe Alter ihre Selbständigkeit bewahren.

Haben Sie Hoffnung, dass man auf Sie hört?

Es wird im Jahr 2030 so viele chronisch kranke Menschen in Deutschland geben, dass sich deren Behandlung nicht mehr wird bezahlen lassen. Wenn uns schon nicht die Vernunft zum Umdenken bringt, wird uns früher oder später der ökonomische Druck zum Handeln zwingen.

Ingo Froböse … ist Professor für bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) und leitet dort das Zentrum für Gesundheit durch Sport und Bewegung. Außerdem ist er wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Qualitätssicherung in Prävention und Rehabilitation GmbH (IQPR), fungiert als Berater zahlreicher Krankenkassen und Sozialversicherungsträger sowie als Sachverständiger des Bundestages in Fragen der Prävention. Als Deutschlands »Sportpapst« ist der ehemalige Hochleistungssportler und Autor zahlreicher Sport-, Fitness- und Gesundheitsratgeber ein vielgefragter Experte in Presse und Rundfunk

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