Aus: Ausgabe vom 14.08.2018, Seite 16 / Sport

Eingewöhnung

Von Gabriele Damtew
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Die Fußballwelt als Wille und Vorstellung: Hansa Rostocks Trainer Pavel Dotchev (M.) macht’s vor

Eine Englische Woche hinterlässt Spuren. Das merkt man besonders im letzten der drei Spiele in nur acht Tagen. Im Wildparkstadion zu Karlsruhe kullerte der Ball zwischen dem KSC und Carl Zeiss Jena hübsch über den Rasen. Ernsthafte Torchancen gab es kaum. Fünf vor Zwölf staubte Dominik Bock nach einer Kopfballverlängerung zur Jenaer Führung ab. Drei Minuten später stocherte Manuel Stiefler nach einigem Hickhack in der Box den Ball über die Linie. Nach Jenas 0:3-Pleite zuletzt gegen Halle stimmte das Remis Trainer Mark Zimmermann dennoch versöhnlich.

Eben gegen Jena hatte sich der Hallesche FC nach miesem Saisonstart gefangen. Im zweiten Duell gegen Zweitligaabsteiger Kaiserslautern gaben sich die Hallenser selbstbewusst. Das erste hatten sie vor zwei Jahren im DFB-Pokal gewonnen (4:3), wobei nur noch zwei der ruhmreichen Protagonisten im derzeitigen HFC-Kader stehen. Einer von ihnen, Marvin Ajani, holte in Minute zwölf einen Elfmeter raus, den Bentley Baxter Bahn, Trainer Torsten Ziegners Mitbringsel vom früheren Wirkungsort Zwickau, im Tor versenkte. Die Roten Teufel spielten auch im Folgenden erschreckend schwach. In der Schlussphase schraubte sich der eingewechselte Hüne Sebastian Mai mit seinen 1,95 Metern beim Freistoß von Bahn in die Höhe und erhöhte zum 2:0. Lautern muss umdenken.

Richtig gut geht es dagegen Underdog Zwickau, der Mannschaft mit einem der kleinsten Etats. Gegen Favoriten wie Karlsruhe und Braunschweig gelangen auswärts je Unentschieden. Es scheint zu passen mit dem früheren Osnabrücker Übungsleiter Joe Enochs, der, anders als Lauterns Michael Frontzeck, über genügend Drittligaerfahrung verfügt. Gegen Fortuna Köln reichte ein eiskalt vollstreckter Elfer von Kapitän Toni Wachsmuth. Der gab dem MDR zu Protokoll, es gehe am Ende einer Englischen Woche nicht darum, wer die bessere Mannschaft sei, sondern wer den Sieg mehr wolle. Das war eindeutig Zwickau, das noch ungeschlagen ist.

»Der Wille war da«, bescheinigte dagegen Rostocks Trainer Pavel Dotchev seinen Schützlingen. Nur das Ergebnis stimmte nicht im Süd-Nord-Clash bei Unterhaching (2:1). Mann des Spiels war diesmal kein Torschütze, sondern der mit erstaunlichen Reflexen ausgestattete Hachinger Torhüter Lukas Königshofer, der zumindest für diesen Tag die Ostsee versalzte.

Cottbus’ Anfangseuphorie ist verflogen, zumindest tabellarisch. Schon gegen Haching gelang unter der Woche nur ein 2:2-Unentschieden im Stadion der Freundschaft. Richtig bitter war der Auftritt beim Tabellenletzten Würzburg, vergangene Saison eine der Überraschungsmannschaften. Die fand zu alter Form zurück und schenkte harmlosen Lausitzern drei Tore ein. Coach »Pele« Wollitz war bedient. Nur der abwanderungswillige Stürmer Streli Mamba, schließlich doch eingewechselt, war zum Anschlusstor befähigt.

Im Duell der Aufsteiger setzte sich Uerdingen bei 1860 München in der Nachspielzeit glücklich mit einem Tor durch und führt die Tabelle an. Kevin Großkreutz gewöhnt sich ein.

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