Aus: Ausgabe vom 13.08.2018, Seite 16 / Sport

»Modell für die Zukunft«

Nach gelungenem Auftakt: Die European Championships sollen wachsen

European_Championshi_58344257.jpg
Fast wie Olympia: Die European Championships in Berlin und Glasgow kamen beim Publikum gut an (5.000-Meter-Lauf, Finale der Herren, 11.8.)

Berlin/Glasgow. Jeden Tag deutsche Medaillen, herausragende Einschaltquoten, volle Arenen und olympisches Flair: Die European Championships in Berlin und Glasgow haben mit ihrem neuen Format Sportler, Zuschauer und Fernsehmacher gleichermaßen begeistert. In vier Jahren soll die Multi-EM größer und zentraler werden – mit noch mehr Sportarten in nur einer Stadt.

»Es ist ein super Konzept. Alles an einem Standort, wie kleine Olympische Spiele, dann wäre es echt etwas Besonderes«, sagte Speerwurf-Europameisterin Christin Hussong. Dass die Premiere an zwei Orten ausgetragen wurde, hält Clemens Prokop, der Leichtathletik-Organisationschef in Berlin, für »den einzigen Schwachpunkt«. Im Gespräch mit dem sid setzt er sich für die deutsche Metropole als alleinigen Ausrichter 2022 ein: »Die Stadt hätte alle Möglichkeiten, die Veranstaltung ohne größere Investitionen auszurichten.«

Mit bis zu 60.000 Zuschauern im Olympiastadion war die Leichtathletik-EM ein großer Erfolg. Auch in Glasgow, wo Schwimmer, Turner, Radsportler, Ruderer, Triathleten und Golfer ihre Europameisterschaften fast zeitgleich veranstalteten, waren die Wettkampfstätten voll. Vor allem aber nahmen die Fernsehzuschauer das neue Format in den täglichen, stundenlangen Live-Übertragungen von ARD und ZDF an. Fast fünf Millionen Sportfans schalteten bei den Leichtathletik-Entscheidungen ein, fast drei Millionen bei den Schwimmfinals in Glasgow – und sogar 3,5 Millionen beim Wasserspringen in Edinburgh.

»Es ist eine schöne Sache, dass die Sportler so ins Rampenlicht gestellt werden«, sagte Hussong, »man sieht auch Sportarten, von denen man sonst nichts mitbekommt.« In Großbritannien seien die TV-Quoten ebenfalls sehr gut, berichtete Sebastian Coe, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF, in der ARD und nannte die European Championships »das Modell für die Zukunft«.

Sollte Berlin tatsächlich die nächste Multi-EM 2022 als alleiniger Ausrichter ins Auge fassen, gäbe es Konkurrenz. »Über zehn Städte und Regionen« hätten Interesse angemeldet, berichtete Paul Bristow, Geschäftsführer des European Championships Management. Sein »nachhaltiges« Konzept kommt offenbar an: »Wir nutzen bestehende Sportstätten. Das Budget liegt unter zwei Prozent von dem der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro und Tokio.« (sid/jW)

Das junge Welt-Sommerabo

Lesen Sie drei Monate die gedruckte Ausgabe der Tageszeitung junge Welt! Das Abo kostet 62 Euro statt 115,20 Euro und endet automatisch, muss also nicht abbestellt werden. Dazu erhalten Sie das Buch »Marx to go« aus dem Verlag Neues Leben. Dieses Angebot ist nur bestellbar bis 24. September 2018.


Lesetip abgeben

Artikel empfehlen:

Infos und Verweise zu diesem Artikel:

Leserbriefe zu diesem Artikel:

  • Wolfgang Herzig: Die European Championships Die Spiele sind Geschichte. Aber es bleiben doch einige Dinge, die es wert sind, betrachtet zu werden. Da wäre als erstes zu nennen – die Berichterstattung aus Glasgow. Erstaunt habe ich feststellen m...
Mehr aus: Sport