Aus: Ausgabe vom 13.08.2018, Seite 5 / Inland

Dürreschäden von über einer Milliarde Euro

Gemeldete Beträge summieren sich. Treffen von Bund und Ländern am Montag

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Vertrocknete Landschaft: Satellitenaufnahme von Schleswig-Holstein (29.7.18)

Die wochenlange Dürre hat in der deutschen Landwirtschaft nach ersten Schätzungen zu Schäden in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro geführt. Nach Berechnungen der Deutschen Presseagentur summierten sich bisher gemeldete Beträge aus mehreren teils stark betroffenen Bundesländern auf rund 1,1 Milliarden Euro. Vor dem erneuten Treffen Verantwortlicher aus Bund und Ländern am heutigen Montag werden erneut Forderungen nach finanziellen Hilfen für die Landwirte laut, die wegen der Trockenheit schwere Ernteausfälle verbuchen.

Bundesagrarministerin Julia Klöckner bleibt derweil bei ihrer Linie, vorerst keine Zusagen für Hilfen auszusprechen. »Ich kann nicht ohne repräsentative Zahlen, Daten und Fakten den nationalen Notstand ausrufen und nach Gefühl Zahlungen veranlassen«, sagte sie dem Spiegel (Samstagausgabe). Nach Angaben der CDU-Politikerin wolle das Bundeskabinett noch in dieser Woche Maßnahmen zur Linderung der Futterknappheit billigen. Der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) sagte sie, Viehhaltern helfe jetzt in erster Linie nicht Geld, sondern Tierfutter.

»Im Norden und Osten, zum Beispiel in Sachsen, sieht es vielerorts sehr schlimm aus«, sagte die Ministerin. In Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz seien dagegen »viele Landwirte weniger betroffen«. Allein das Agrarministerium Schleswig-Holsteins hatte geschätzte Dürreschäden in Höhe von 422 Millionen Euro an den Bund gemeldet. Aus Sachsen wurde bislang 308 Millionen Euro gemeldet, aus Sachsen-Anhalt rund 237 Millionen. Aus Niedersachsen kam die Meldung, dass dort mit der schlechtesten Getreideernte seit 1976 gerechnet werde.

Damit Hilfszahlungen vom Bund an die Länder fließen, bedarf es der Feststellung, dass es sich um Schäden von »nationalem Ausmaß« handelt. Klöckner sagte, sie wolle für diese Bewertung die amtliche Erntebilanz Ende August abwarten. Zuletzt war 2003 ein Dürreschaden von »nationalem Ausmaß« registriert worden.

(dpa/jW)


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