• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 11.08.2018, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Bäuerlicher Eintopf aus Frankreich

Von Ina Bösecke

»Der Baum, der Bürgermeister und die Mediathek« (Frankreich 1993) von Éric Rohmer ist das Gegenteil von Aktion. Die Filme des Nouvelle-Vague-Mitbegründers sind bekannt für ihre Handlungsarmut und dafür, dass ihre Protagonisten pausenlos reden. Während es im Großteil seines Werkes um die Liebe geht, haben wir es hier mit der Auseinandersetzung von Stadt und Land zu tun. Die Stadt wird von Julien Dechaumes (Pascal Greggory) vertreten, der in einem kleinen französischen Dorf als Bürgermeister arbeitet. Er will seinem Dorf eine Freude machen und auf einer Wiese eine Mediathek bauen, also ein Kultur- und Sportzentrum mit Bücherei und Videothek, Schwimmbad, Freilufttheater und Disko. Jeder will auf dem Land leben, sagt er, vorausgesetzt, er wird gut unterhalten. Seine Freundin (Arielle Dombasle), eine Schriftstellerin, amüsiert sich über seinen Ehrgeiz. Sie findet das Land öde und uninspirierend. Als Julien mit ihr im Schlossgarten spazieren geht, ist sie dennoch entzückt von den Kräutern, Früchten und Blumen darin. Wer hätte das gedacht, auf dem Land gibt es Kräuter, Früchte und Blumen.

Und so soll es auch bleiben, schimpft der Dorflehrer (Fabrice Luchini), der nicht will, dass ein besonders schöner Baum für diese blöde Mediathek gefällt wird. Reden möchte er nicht mit dem Bürgermeister. Nur vor der Kamera entlädt er seinen Frust. Auch andere Menschen vom Land dürfen ihre Meinung kundtun. Über das Leben dort und wie sich alles geändert hat. Was das Land braucht, sind keine Einrichtungen, die es der Stadt ähnlicher machen, sagt ein zehnjähriges Mädchen, sondern Wiesen und Wälder zum Spielen. Wer ab und zu in die ländlichen Regionen Brandenburgs fährt, um sich vom Stadtleben zu erholen, könnte noch hinzufügen, dass das Land keine privaten Stege an Seen braucht, sondern freien Badezugang für alle.

Bäuerlicher Eintopf aus Frankreich mit Gemüse und Basilikumsauce: 250 Gramm getrocknete weiße Bohnen in einem Topf mit Wasser bedecken, aufkochen, eine Stunde quellen lassen. Danach ca. 90 Minuten bei mittlerer Hitze weich garen. Bohnen abgießen, Kochflüssigkeit auffangen. Zwei fest kochende Kartoffeln und zwei Möhren waschen, schälen, in Scheiben schneiden. 250 Gramm grüne Bohnen putzen, waschen. Drei Tomaten häuten, vierteln, entkernen, grob hacken. Drei kleine Zucchini waschen, in Würfel schneiden. Zwei Zwiebeln und zwei Knoblauchzehen schälen, klein würfeln. Vier EL Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebeln und Knoblauch darin glasig dünsten. Tomaten zufügen, mit dem Bohnenkochwasser und 1,5 Liter Wasser ablöschen, einmal aufkochen. Kartoffeln, Möhren und grüne Bohnen zufügen. Salzen, pfeffern und 20 Minuten bei kleiner Hitze köcheln. Zucchini, weiße Bohnen und 150 Gramm dünne Suppennudeln zufügen, weitere 15 Minuten garen. Für die Sauce einen Bund Basilikum waschen, trockenschütteln, Blätter mit 100 Gramm geriebenem Gruyère, drei Knoblauchzehen und drei EL Brühe in einen Mixer geben. 100 Milliliter Olivenöl nach und nach zufügen, alles zu einer dicken Sauce mixen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Basilikumsauce in eine Sauciere füllen und zur Suppe servieren.

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