Aus: Ausgabe vom 07.08.2018, Seite 1 / Ausland

Hitzewelle in Europa hält an

Waldbrände, Fischsterben, Fahrverbote und bislang frühester Beginn der Weinlese

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Verheerende Waldbrände an der Algarve im Süden Portugals (6. August)

In Mittel- und Westeuropa setzt sich die extreme Hitzewelle fort, und sie hat teils schwerwiegende Folgen. Bei einem Flächenbrand an der Algarve im Süden Portugals sind mindestens 24 Menschen verletzt worden. Der Waldbrand in der bergigen Gegend um die Kleinstadt Monchique war am Montag weiterhin nicht unter Kontrolle, so Einsatzkräfte. Mehrere Orte mussten evakuiert werden, darunter auch mindestens eine Hotelanlage. Insgesamt waren mehr als 1.000 Einsatzkräfte mit 300 Fahrzeugen und einem Flugzeug mit den Löscharbeiten beschäftigt. Am Wochenende seien an vielen Orten Rekordtemperaturen gemessen worden, darunter auch in Lissabon, wo Werte von weit über 40 Grad erreicht wurden. Die höchste Temperatur wurde im Ort Alvega im Distrikt Santarém im Zentrum des Landes mit 46,8 Grad verzeichnet.

Wegen hoher Ozonwerte infolge der Hitze haben Paris und weitere französische Städte Fahrverbote verhängt. Im Großraum der Hauptstadt durften besonders umweltschädliche Autos und Lkw am Montag nicht fahren, wie die Stadtverwaltung mitteilte. Zudem wurde die Höchstgeschwindigkeit auf vielen Straßen um 20 Kilometer pro Stunde gesenkt. Auch Strasbourg, Lyon und das südostfranzösische Département Isère rund um die Stadt Grenoble schränkten den Verkehr ein. Gründe für die hohe Ozonbelastung sind nach Angaben von Meteorologen die Hitze sowie der Urlaubsverkehr in vielen Regionen.

Bei mehr als 27 Grad Wassertemperatur sind im Hochrhein auf Schweizer Seite mehr als 1.000 Fische verendet. Nach Angaben des Schweizerischen Fischereiverbandes wurde bereits eine Tonne toter Tiere geborgen. Der Verband erhob am Montag schwere Vorwürfe gegen einige deutsche Kollegen am Bodensee: Die Fische müssten gerettet werden, aber statt dessen verkauften einige weiter an Restaurants.

Unterdessen hat in einem Weinberg in Lörzweiler bei Mainz am Montag die diesjährige Weinlese offiziell begonnen. Dies ist nach Angaben des Deutschen Weininstituts der bisher früheste Lesebeginn hierzulande. Bisher war der früheste Start am 8. August, in den Jahren 2007, 2011 und 2014. (dpa/AFP/jW)


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