• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 07.07.2018, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Quinoa mit Paprika-Chili-Gemüse

Von Ina Bösecke

»Echte Frauen haben Kurven« (USA 2002) von Patricia Cardoso zeigt das arbeitsame Leben der Familie García. Einst aus Mexiko eingewandert, lebt man nun zwischen alten Heiligenbildern, lateinamerikanischen Rhythmen und unterschiedlichen Vorstellungen vom richtigen Leben. Während Mutter und Schwester sich in ihrem kleinen Textilunternehmen abschuften, möchte Ana (America Ferrera) studieren. Sie hat das Zeug dazu, die volle Unterstützung ihres Lehrers und auch ein Stipendium der Columbia-Universität in New York City wird ihr in Aussicht gestellt. Doch die Eltern, speziell die Mutter (Lupe Ontiveros), weigern sich, Ana gehen zu lassen. Sie soll für die Familie da sein. Neben Eltern und Schwester ist da vor allem noch der geliebte Opa zu erwähnen und verschiedene Cousins und Cousinen. Die Familie wird in Mexiko hochgehalten. Hier erhält man Liebe bis über den Tod hinaus, was man beispielsweise an dem Feiertag »Día de los Muertos (Tag der Toten)« sieht. Eigentlich toll. Nur wenn Kinder etwas anderes wollen als die liebe Verwandtschaft, entwickelt sich die Familie schnell zum Hemmschuh.

Anas Mutter möchte, dass Ana mit in der Textilfabrik arbeitet, dass sie heiratet und Kinder bekommt. Hierfür soll sie endlich ein paar Pfunde abnehmen. »Du bist selber dick«, ruft Ana ihr einmal entgegen. »Aber ich bin schon verheiratet«, lautet die Antwort. Ana selbst findet sich so, wie sie ist, schön. An einem besonders heißen Tag zieht sie sich an ihrer Bügelstation bis auf die Unterwäsche aus, die anderen (noch fülligeren) Arbeiterinnen der Textilfabrik folgen ihrem Vorbild. Nun tanzen und singen sie bei der schweren Näharbeit. Der Film plädiert dafür, dass Frauen, die nicht in Kleidergröße 36 passen (wahrscheinlich 90 Prozent der weiblichen Weltbevölkerung) selbstbewusst durch das Leben gehen.

Die Regisseurin, die aus Honduras stammt und einen ähnlichen Hintergrund wie Ana hat, wirft einen liebevollen Blick auf ihre Figuren. Sie zeigt, wie schwer es ist, aus seinem festgezurrten Denkschema herauszukommen, da ist Ana gar nicht so anders als ihre Mutter, trotz ihrer Jugend und ihrer modernen Ansichten. Am Ende schafft sie es doch nach New York, man sieht sie hübsch zurechtgemacht und stolz durch die Metropole laufen. Der Absprung von zu Hause ist geschafft. Jetzt kommt der ganze schwere Rest.

Quinoa mit Paprika-Chili-Gemüse und gegrillter Chorizo: In einem Topf einen Liter Hühnerbrühe aufkochen. 400 g Quinoa einrieseln lassen, bei mittlerer Hitze zugedeckt ca. 30 Minuten garen. Eine Zwiebel, vier Knoblauchzehen schälen. Zwiebel halbieren, in Scheiben schneiden, Knoblauch hacken. Zwei rote Paprikaschoten, zwei frische Poblano-Chilischoten halbieren, entkernen, in Streifen schneiden. Zwei EL Olivenöl in der Pfanne erhitzen. Zwiebel und Knoblauch darin anschwitzen. Paprikaschoten und Chilischoten zugeben, anbraten. Zwei TL edelsüßes Paprikapulver, einen TL Kreuzkümmel einrühren, kurz anrösten. Einen halben Liter Hühnerbrühe angießen, 15 Minuten einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Sechs kleine Chorizowürste unter dem heißen Grill zehn Minuten braun braten, in Scheiben schneiden. Quinoa und Würstchen auf Tellern anrichten, mit der Gemüsemischung belegen.

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