Aus: Ausgabe vom 23.06.2018, Seite 8 / Abgeschrieben

Gegenwind für Heckler & Koch

Jürgen Grässlin, Mitbegründer der Kritischen Aktionäre Heckler & Koch (KA-H&K), erklärte am Freitag zur kurzfristigen Verschiebung der H&K-Hauptversammlung:

Die für kommenden Dienstag abgekündigte »ordentliche Hauptversammlung« (HV) verdient eben diese Bezeichnung nicht. Bereits im vergangenen Jahr zeigte sich die H&K-Geschäftsführung schier unfähig, uns Aktionären im August 2017 einen ordentlichen Versammlungsraum zur Verfügung zu stellen. Die HV fand in einem kleinen, völlig überfüllten und überhitzten Raum im Parterre des Wellness-Hotels »Züfle« in Sulz-Glatt statt.
Auch diesmal ist mit dem Rathaus in Oberndorf eine für eine Hauptversammlung unzureichende Lokation gewählt worden. Selbst die Eintrittskarten sind noch nicht alle angekommen (Grässlin und andere) oder wurden verweigert (z. B. Roland Blach, Landesgeschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen DFG-VK). Offenbar ist die Unternehmensführung erschrocken über die Tatsache, dass sich diesmal 14 (statt der vorjährig sieben) Teilnehmer auf dem Ticket der Kritischen Aktionäre zur HV angemeldet haben, erklären sich die KA-H&K die unerwartete Absage.

Heute – gerade vier Tage vor dem eigentlichen HV-Termin – erhielten H&K-Aktionäre (auch ich) ein Schreiben der Vorstände Dr. Jens-Bodo Koch und Wolfgang Hesse zugesandt. »Erfreulicherweise kam es zu einer unerwartet hohen Anmeldezahl«, weshalb das Unternehmen die HV »kurzfristig absagen und verschieben« müsse, begründet der H&K-Vorstand sein skandalöses Vorgehen.

Die Chaostage bei Heckler & Koch finden einfach kein Ende. Den juristischen Auseinandersetzungen der vergangenen Monate – von den Freistellungen der vormaligen H&K-Geschäftsführer Norbert Scheuch und Nicola Marinelli bis hin zum laufenden Strafprozess u.a. gegen die vormaligen H&K-Geschäftsführer Peter Beyerle und Joachim Meurer wegen illegaler G-36-Sturmgewehrexporte in mexikanische Unruhprovinzen – sowie die mehr als bedenkliche Finanzlage wecken bei mir massive Zweifel an der organisatorischen und monetären Kompetenz des heutigen H&K-Vorstandes. Waffen in Krisen- und Kriegsgebiete zu exportieren und damit Kriege zu befeuern, fällt den H&K-Verantwortlichen augenscheinlich leichter als einen ordentlichen Hauptversammlungsbetrieb zu garantieren.

Michel Brandt, Obmann der Linksfraktion im Menschenrechtsausschuss des Bundestags, teilte zur bevorstehenden Beschlagnahmung von Rettungsschiffen deutscher Hilfsorganisationen mit:

Ich fordere die Bundesregierung auf, deutsche Seenotretter auf dem Mittelmeer wirksam vor Übergriffen durch italienische Behörden zu schützen. Während die Rettungsschiffe »Seefuchs« und »Lifeline« Menschenleben retten, will Italien diese Schiffe beschlagnahmen.

In den letzten drei Tagen ertranken über 200 Menschen im Mittelmeer. Gleichzeitig werden zivile Seenotretter gezielt an ihrer humanitären Arbeit gehindert. Italien nimmt den Tod von Flüchtenden damit bewusst in Kauf. Die Bundesregierung darf sich nicht durch Schweigen an einem derart menschenverachtenden Vorgehen beteiligen. Seehofer und Merkel sollten aufhören, von Menschenrechten zu reden, während täglich Leichen an die Festung Europa branden.

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