Aus: Ausgabe vom 26.05.2018, Seite 8 / Abgeschrieben

»Rücksichtslose Profitmacherei«

Das Berliner Bündnis »Gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn« teilte am Freitag mit:

Nach Berlin am 14. April gehen am 2. Juni auch in Hamburg viele Menschen auf die Straße, um sich gegen Mietenwahnsinn und Verdrängung zu wehren (rechtaufstadt.net). Auch in Brooklyn/New York organisieren Mieter den Widerstand crownheightstenantunion.org. Das ist gut so. Denn eine bundesweite und internationale Bewegung ist leider im Wortsinne notwendig, wie folgendes Beispiel zeigt: Die in Berlin, Hamburg, Brooklyn und weltweit agierende Akelius (GmbH, Wohnungsunternehmen, jW) verlangt für eine Einzimmerwohnung mit 28 Quadratmetern, sanierter Altbau, Hinterhaus, Erdgeschoss, in der Berliner Reichenberger Str. 72 A knapp 30 Euro pro Quadratmeter.

Ein Ende des Anstiegs der Mieten ist nicht absehbar – aber schon jetzt können viele ihre Mieten nicht mehr zahlen. Deshalb haben sich die Akelius-Mieter zusammengetan, um sich gemeinsam besser wehren zu können. Die Akelius-Zentrale haben wir als Ort der Kundgebung gewählt, um die Kämpfe der Akelius-Mieter im besonderen, aber auch aller anderen von Verdrängung Betroffenen zu unterstützen: in Berlin, Hamburg, New York, überall. Denn der Mietenwahnsinn und die durch Gesetzgebung nicht mehr eingehegte, rücksichtslose Profitmacherei des einen oberen, irrsinnig reichen Prozents tobt überall, auf vielen Gebieten. Die Solidaritätskundgebung findet am 2. Juni zwischen 17 und 18 Uhr, vor der Akelius-Zentrale in Kreuzberg, Erkelenzdamm 11-13, statt.

Kritische Aktionäre kritisierten am Freitag die Übernahme von Monsanto durch Bayer:

Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre sprach sich bei der Hauptversammlung der Bayer AG am Freitag in Bonn gegen die Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto aus. Ein neuer »Baysanto«-Konzern wäre der größte Saatgut- und Pestizidanbieter weltweit, würde Hunderttausende von Bauern von seinen Produkten abhängig machen und die Ernährungssouveränität gefährden. Außerdem stehe der Einsatz von Pestiziden nicht im Einklang mit den UN-Nachhaltigkeitszielen.

Christian Russau, Vorstandsmitglied des Dachverbands, warf dem Bayer-Vorstand vor, er verstoße gegen zahlreiche der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals), darunter die Ernährungssicherung, Förderung von gesundem Leben für alle, Sauberkeit von Trinkwasser, nachhaltige Produktionsweise und Schutz von Landökosystemen. »Bayer Crop Science bewirbt in Brasilien Pflanzenschutzmittel, deren Wirkstoffe in der EU nicht oder nicht mehr genehmigt sind.« Gleiches gelte für Indien und viele andere Länder. »Brasilien ist Europas Müllhalde für Agrargifte«, sagte Alan Tygel, Koordinator der brasilianischen Kampagne gegen Agrargifte, der auf Einladung des Dachverbands zur Bayer-Aktionärsversammlung gekommen war. »Alles, was hier nicht mehr benutzt werden darf bzw. verboten wurde, wird zu uns über den Atlantik geschickt. Im Gegenzug exportiert Brasilien dann vor allem auch in die EU Lebensmittel, die mit chemischen Rückständen vergiftet sind. Dorthin gehen dann auch die enormen Profite. Für uns in Brasilien bleiben Umweltverschmutzung, Krankheit und massive Verletzung der Menschenrechte von Bauern.« (…)


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