Aus: Ausgabe vom 25.05.2018, Seite 8 / Abgeschrieben

Berüchtigte Brautleute

Zum Protest gegen die Bayer-Hauptversammlung teilte Die Linke NRW am Donnerstag mit:

»Die Hochzeit zwischen Bayer und Monsanto ist alles andere als ein ›Royal Wedding‹, sondern im Gegenteil eine Mesalliance mit potenziell weltweit verheerenden Folgen«, kommentiert Hanno von Raußendorf, Sprecher für Umwelt im Landesvorstand der Partei Die Linke NRW, die bevorstehende Fusion der beiden Konzerne anlässlich der Hauptversammlung des Bayer-Konzerns am Freitag, dem 25. Mai, in Bonn.

»Hier freit eine Aktiengesellschaft mit düsterem Vorleben (Chemiewaffenproduktion im Ersten, Menschenversuche im Zweiten Weltkrieg, regelmäßige Skandale seitdem) mit Monsanto den wahrscheinlich meistgehassten Partner auf der Welt. Monsanto hat während des Vietnamkrieges, damals schon gemeinsam mit Bayer, die berüchtigte Chemiewaffe »Agent Orange« hergestellt und ist mit seiner Geschäftspolitik in den vergangenen Jahrzehnten für den Selbstmord Hunderttausender Kleinbauern verantwortlich. Die Frucht dieser Verbindung wird ein weltweit agierender Megakonzern und wichtigster Hersteller für Saatgut, Gentechnik und Pestizide. Er wird seine umweltzerstörende Kombination aus gentechnisch veränderten Pflanzen und darauf abgestimmtem Pestizid aggressiv und global vermarkten. Schon jetzt können sich viele Kleinbauern des armen Südens diese nicht leisten, geraten in Abhängigkeit und in eine Verschuldungsspirale, die zu ihrem Ruin führt. Mit der deutlich gewachsenen Marktmacht wird es Bayer-Monsanto nun um so leichter fallen, seine Profitinteressen rücksichtslos durchzusetzen.«

Die Linke NRW ist Teil der Kampagne »Stopp Bayer Monsanto« und ruft auf zu den Protesten vor dem World Conference Center Bonn, (...) Freitag, 25. Mai, ab 8.00 Uhr, anlässlich der Hauptversammlung der Bayer AG.

Der Paritätische Gesamtverband erklärte am Donnerstag:

Als Ausdruck verteilungspolitischen Versagens bewertet der Paritätische Wohlfahrtsverband die aktuellen Armutsquoten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung nach denen die Armut in Deutschland auf 16,8 Prozent und damit einen neuen traurigen Rekordstand gestiegen ist. Der Verband kritisiert, dass das Thema Armutsbekämpfung im Koalitionsvertrag von Union und SPD so gut wie keine Berücksichtigung findet. Notwendig seien konsequente armutspolitische Maßnahmen und eine offensive Sozial- und Integrationspolitik für alle.

»Es ist ein Armutszeugnis sondergleichen, dass die Armut trotz boomender Wirtschaft in diesem reichen Land Jahr für Jahr steigt. Diese Gesellschaft befindet sich vor einer sozialen Zerreißprobe. Immer mehr Menschen geraten in existentielle Not, sind im Alltag ausgegrenzt und abgehängt«, kritisiert Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. »Wir brauchen endlich konsequente armutspolitische Maßnahmen und können uns nicht länger mit großkoalitionären Halbheiten zufriedengeben.« (…)

Notwendig sei eine offensive Sozial- und Integrationspolitik, die alle mitnehme und keinen zurücklasse. »Wir brauchen eine intensive Integrationspolitik. Voraussetzung dafür sind bezahlbare Wohnungen, bessere Mindestlöhne, mehr Qualifikation und bedarfsgerechte Grundsicherungsleistungen für alle, genauso wie mehr Bildungsanstrengungen für alle benachteiligten Kinder und Jugendlichen«, so Schneider.

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