Aus: Ausgabe vom 18.05.2018, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Für die Schönheit

Xenius | Do., 16.45 Uhr, Arte

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Hallo, ist da draußen jemand?

Kinderfernsehen für Erwachsene. »Das ist das schlimmste Geräusch der Welt«, sagt Carolin Matzko, Moderatorin von »Xenius«, und schaltet einen Zahnarztbohrer an. Es geht es um die Frage: »Wie werden Zähne in Zukunft behandelt?« 26 Minuten dauert das Arte-Wissenschaftsmagazin, davon sind zehn Minuten Geschichtskurs. Schon die Etrusker stellten Brücken aus Elfenbein her. »Natürlich nicht für das Essen, sondern nur für die Schönheit«. Ludwig XIV. ließ sich alle Zähne rausnehmen und das Essen kam ihm wieder zur Nase raus, während sein Rachen vermoderte und stank – »man konnte ihm nicht näher kommen als drei Meter«.

Heute gilt Karies als heilbar: »Durch Speichel kann Mineral wieder in den Zahn eingebaut werden«, erzählt ein Professor für Zahnerhaltung. Und wenn Zahnärzte viel Geld ausgeben, geht alles nur mit Digitaldrucker, erklärt ein anderer für Implantologie. Patienten müssen noch mehr zuzahlen, eh’ klar. Darüber lacht der Praktiker: »Wichtig ist Putzen, das kann Ihnen keiner abnehmen«. (cm)


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