Aus: Ausgabe vom 20.04.2018, Seite 8 / Ansichten

Pfennigfuchser des Tages: Klaus-Michael Kühne

Von Kristian Stemmler
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Klaus-Michael Kühne auf einer Veranstaltung seiner Stiftung im Februar. Schon zu diesem Zeitpunkt dachte er laut darüber nach, seine Unterstützung für den Fußballclub Hamburger SV einzustellen

Auch ein Milliardär hat’s manchmal schwer. Zum Beispiel Klaus-Michael Kühne. In Hamburg ging er mal in dieselbe Klasse wie Wolf Biermann. Kein einfacher Start. Auch sein Name ist eine Last: Zu seinem Leidwesen wird er gern mit der in der Hansestadt ansässigen Senf- und Gurkenfabrik Carl Kühne in Verbindung gebracht. Dabei ist Klaus-Michael Mehrheitseigner des Logistikkonzerns Kühne + Nagel, der viel größer ist als die Senfklitsche. Das Forbes Magazine führt Kühne, der als Steuerflüchtling in der Schweiz residiert, mit einem geschätzten Privatvermögen von 11,8 Milliarden Euro auf Platz sieben der reichsten Deutschen.

Doch momentan hat der Mann furchtbaren Stress. Laut Hamburger Abendblatt vom Donnerstag hat vor dem Landgericht Hamburg ein Prozess begonnen, in dem »Stararchitekt« Jan Störmer 2,58 Millionen Euro von ihm fordert. Störmer hat das im März eröffnete Luxushotel »The Fontenay« entworfen, das der Milliardär in Sichtweite der Außenalster hat errichten lassen. Es hat 130 Zimmer und Suiten, die teuerste ist für 9.000 Euro pro Nacht anzumieten. Die Claqueure in den Medien haben bereits die »futuristische Optik« der noblen Absteige bejubelt. Man kann sie aber aber auch unerträglich steril finden. Laut Abendblatt hat Kühne den Architekten schon im November 2014 gefeuert. Er hatte ihm Bauverzögerungen und Mehrkosten angelastet. Störmers Klage hat Kühne übrigens mit einer Gegenanzeige gekontert, in der er fast dieselbe Summe von Störmer fordert wie der von ihm. Alles schon schlimm genug, aber jetzt steht auch noch der HSV mit eineinhalb Beinen in der zweiten Bundesliga. Und als dessen Hauptsponsor ist Kühne schließlich vor allem bekannt. Am Dienstag drohte er, dass es bei einem Abstieg keine Knete mehr gibt. Denn ein Kühne spielt nur in der ersten Liga.


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