Aus: Ausgabe vom 31.03.2018, Seite 8 / Abgeschrieben

Ostermärsche: Auftakt in NRW und Aufruf zur Teilnahme in Hamburg

In einer gemeinsamen Pressemitteilung informierten mehrere Initiativen aus dem Münsterland am Freitag über den Beginn der Ostermärsche in Nordrhein-Westfalen:

Mit etwa 250 Menschen begann der Auftakt der nordrhein-westfälischen Ostermärsche in Gronau (Westfalen). Der Ostermarsch endete an der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage, die der Urenco-Konzern betreibt. Die Kernforderung lautete »Atomwaffen und Urananreicherung ächten. Zivile Konfliktlösung statt Rüstungsexporte«.

Bei der Auftaktkundgebung wurde unter anderem ein Grußwort der Sängerin Nina Hagen verlesen. Gemeinsam mit dem Pastor Karl-Heinz ter Horst macht sie auf den gesundheitsgefährdenden Einsatz von abgereichertem Uran in panzerbrechender Munition aufmerksam. Auch in der Gronauer Uranfabrik entsteht abgereichertes Uran, welches, da es nicht militärisch genutzt werden darf, Atommüll ist. (…)

Die Demonstranten forderten unter anderem, dass die Bundesrepublik Deutschland endlich dem noch jungen Atomwaffenverbotsvertrag der UN beitreten solle, anstatt US-Atombomben in Büchel zu lagern und der Gronauer Urananreicherungsanlage Exporte in alle Welt zu erlauben. »Durch die Exporte fördert Deutschland womöglich die Instandhaltung und Weiterentwicklung des US-Atombombenprogramms, da inzwischen auch Lieferverträge für AKW des US-Atombombenprogramms abgeschlossen wurden«, so Peter Bastian vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. (…)

Der Landesverband Hamburg der Partei Die Linke rief am Freitag zur Teilnahme am Ostermarsch in der Hansestadt am kommenden Montag auf:

Die Wiederauflage der Großen Koalition ist schlecht für den Frieden. Aufrüstung, Waffenexporte in Milliardenhöhe und die Militarisierung der EU werden dank der SPD, die erneut als Juniorpartnerin unter Bundeskanzlerin Merkel mitregieren will, auch künftig vorangetrieben. Für die Friedensbewegung heißt das: Jetzt erst recht! Gehen wir gemeinsam an Ostern auf die Straße und marschieren für Frieden und Solidarität!

Die Linke ruft zur Beteiligung an dem Ostermarsch in Hamburg, der vom Hamburger Forum für Frieden und Völkerverständigung organisiert wird, auf. Tenor des Ostermarsches in diesem Jahr: »Atomwaffen abschaffen – Entspannungspolitik jetzt – Abrüsten statt aufrüsten!«

Zaklin Nastic, Bundestagsabgeordnete und Landessprecherin der Partei Die Linke sagte: »Man muss keine Hellseherin sein, um zu wissen, dass die künftige Bundesregierung nicht für einen Kurs der Abrüstung und der sozialen Sicherheit steht. Der Koalitionsvertrag bekräftigt den Willen von SPD, CDU und CSU, die NATO-Verpflichtungen einzuhalten, das heißt: weiter kräftig aufzurüsten. Damit hat die »Groko« beste Erfahrungen: 2017 hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel mehr Rüstungsexporte in Krisengebiete genehmigt als je zuvor in der Geschichte der Bundesrepublik. Dank SPD, CDU und CSU wurden zwischen 2014 und 2017 insgesamt rund 25 Milliarden Euro in die Kassen der deutschen Rüstungsindustrie gespült.« (…)

Ostermarsch Hamburg, Montag, 2. April 2018: 11:30 Uhr Andacht in der Dreieinigkeitskirche, St.-Georgs-Kirchhof; 12 Uhr Auftaktkundgebung, St.-Georgs-Kirchhof; 13:30 Uhr Abschlusskundgebung und Friedensfest, Carl-von-Ossietzky-Platz


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