• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 03.02.2018, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Chilishrimps auf Kokoskartoffelpüree

Von Ina Bösecke

»Dirty Movie« (USA, Deutschland 2005) von Michael Traeger ist ein Film darüber, wie eine Gruppe von Leuten den wahrscheinlich niedlichsten Porno der Welt dreht. Wie so etwas möglich ist? Zunächst einmal ist das Filmteam schwer am Zweifeln, ob es einen Porno jemals zustande bringen wird. Warum sollte es überhaupt? Weil es ganz schnell viel Geld verdienen möchte.

Das Team besteht aus Andy Sargentee (Jeff Bridges) und seinen Freunden. Andy ist ein sympathischer Mann mit vielen Ideen, die aber selten zu etwas führen. Als er seinem Sohn nicht den teuren Baseball zum Geburtstag schenken kann, der ihm vorschwebte, gerät er in eine existentielle Krise. In seiner Stammkneipe kommt er nach langem, schwerem Nachdenken auf die vermeintlich rettende Idee, mit seinen Kneipenfreunden einen Porno zu drehen, als wenn es davon nicht schon genug gäbe.

Die Kneipenkumpels sind begeistert. Alle bekommen einen gewissen Antrieb, der ihr Leben erleuchtet, denn alle bekommen nun zum ersten Mal seit langem oder zum ersten Mal überhaupt wichtige Aufgaben zugeteilt, und zwar für die Filmarbeit. Auch ein Porno braucht ein Skript, aber wer soll es sich ausdenken? Und wer soll die Kamera führen? Ein gewisses Problem sind die Darsteller beziehungsweise die Darstellerinnen. Wo bekommt man welche her? Wen könnte man fragen? Eine Verkäuferin, die im Bettenhaus arbeitet? Eine alte Bekannte, die früher einmal im Playboy abgebildet gewesen sein soll? Kann man eine junge Frau verpflichten, die gern im Porno mitmachen möchte, von der man aber weiß, dass sie einen gewalttätigen Bruder hat, der leicht ausflippt? Hat man endlich eine Darstellerin für die Masturbationsszene gefunden, muss sie wieder gestrichen werden, weil einer der Filmleute in sie verliebt ist und um ihre »Würde« fürchtet. Generell ist es für die ganze Filmcrew verboten, während des Drehens zuzuschauen, aus Respekt vor den Darstellern.

»Dirty Movie« ist so gar nicht dirty, sondern einfach nur drollig und rührend. Denn eigentlich geht es hauptsächlich um Freundschaft und darum, dass man etwas schaffen kann, auch wenn man Jahre bis Jahrzehnte vorher so gut wie gar nichts geschafft hat. Einen Porno schafft die Filmcrew allerdings nicht. Einen Filmpreis gibt es am Ende aber trotzdem. Kulinarisch gesehen ist das Werk weniger erfreulich. Chips, Wackelpudding und Kartoffelpüree werden angeboten. Es sieht nicht so aus, als ob es schmeckt. Bei uns aber schon:

Chilishrimps auf Kokoskartoffelpüree: Ein Kilo Kartoffeln in Salzwasser weichkochen, ausdampfen lassen, durch die Presse drücken. Einen Viertelliter Kokosmilch erhitzen, mit zwei EL Butter unterrühren. Salzen. Vier Frühlingszwiebeln schräg in drei Zentimeter lange Stücke schneiden. Ein großes Stück Ingwer schälen, in Streifen schneiden. Einen EL Öl in einer Pfanne erhitzen, beides darin drei bis vier Minuten andünsten. Mit Salz würzen. 240 g Garnelen abbrausen, abtropfen lassen. Öl zum Frittieren in einem Topf erhitzen. Eine rote Chilischote (entkernt), eine Knoblauchzehe feinhacken. Mit Garnelen, einem EL Sojasauce mischen. 150 g Tempuramehl mit 200 ml Eiswasser verrühren. Garnelen durch den Teig ziehen, im Öl zwei bis drei Minuten ausbacken. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Chilishrimps und Zwiebeln auf dem Püree anrichten.


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