• Pol & Pott

Aus: Ausgabe vom 16.12.2017, Seite 8 (Beilage) / Wochenendbeilage

Schwarzwurzeln mit Bröselbutter

Eine Pfanne und eine leere Schnapsflasche stehen auf dem Tisch. Dies ist eines der ersten Bilder von »The Night Father Christmas died« (Deutschland 2010) von Martin Schreier – einem Weihnachtsfilm der besonderen Art. Im Hintergrund sieht man einen weißhaarigen Mann (Wolfgang Packhäuser) im Unterhemd sitzen, der anfängt, sich umzuziehen. Roter Mantel mit großer Kapuze, Gürtel, Stiefel. Wer könnte das schon sein? Richtig, ein Weihnachtsmann. Natürlich nicht der Weihnachtsmann, denn der wohnt ja nicht in einer normalen Wohnung in einer deutschen Stadt, sondern irgendwo hoch im Norden am Polarkreis, jedenfalls da, wo das ganze Jahr Schnee ist. Und der hat ja auch einen Schlitten und Rentiere und Engel oder so, die ihn begleiten. Der Weihnachtsmann im Film hat nur einen Sack, mit dem er von Tür zu Tür zieht, und darum bittet, Kinder bescheren zu dürfen. Er will auch kein Geld dafür. Nur Familienanschluss. Er ist nämlich einsam.

Es gibt noch zwei weitere als Weihnachtsmänner verkleidete Menschen im Film. Der eine sieht irgendwie »asiatisch« aus und wird schwer depressiv, weil man ihn nicht als Weihnachtsmann anerkennt. Der andere (Vladislav Grakovskiy) muss aus einem Hotel flüchten, weil er dort gerade eine fiese Schießerei veranstaltet hat. Er ist nämlich ein richtiger Verbrecher, der im Laufe von Heiligabend verschiedene andere Verbrecher erledigt. Dabei trifft er aber auch aus Versehen eine schöne, traurige Sängerin (Pia Mechler), die, wie sich herausstellt, die Tochter des ersten Weihnachtsmannes ist. Beide haben sich vor Jahren verkracht, weshalb sie permanent traurig sind, vor allem zu Weihnachten.

Die Botschaft des Films ist eindeutig: Seid lieb zueinander. Streitet euch nicht, und wenn doch, dann versöhnt euch wieder. Sonst seid ihr Weihnachten allein. Und werdet möglicherweise auch noch angeschossen, denn Verbrecher können überall sein.

Zurück zur Pfanne des ersten Weihnachtsmannes. Die Frage ist nicht, was hat er sich wohl zubereitet, sondern: Was sollte er sich zubereiten, um wieder besser drauf zu kommen und sich mit seiner Tochter zu versöhnen (am besten, bevor sie ein Killer fast umlegt)? Hier gibt es nur eine Antwort: Gemüse. Denn nur Gemüse macht die Menschen glücklich, schlau und äh – nicht einsam.

Schwarzwurzeln mit Bröselbutter: Ein Kilo Schwarzwurzeln gründlich abbürsten. Stangen von den Enden zu den Spitzen schälen, dann schräg in vier bis fünf Zentimeter lange Stücke schneiden. Sofort in eine Schüssel mit Wasser und drei EL Zitronensaft geben, damit sie sich nicht braun verfärben. Schwarzwurzeln in kochendem Salzwasser fünf Minuten bissfest garen, in ein Sieb abgießen, kalt abschrecken, trocken tupfen. Zwei EL Öl in einer Pfanne erhitzen, die Schwarzwurzeln darin bei mittlerer Hitze fünf Minuten ganz leicht bräunen. Drei Zweige Majoran und ein kleines Bund Petersilie waschen, trockenschütteln, die Blätter abzupfen, fein hacken, mit einem EL Butter unter die Schwarzwurzeln rühren. Mit Zucker, Salz und Pfeffer würzen. Zwei EL Butter in einer Pfanne erhitzen, zwei EL Weißbrotbrösel darin goldbraun rösten. Zum Servieren die Bröselbutter über die Schwarzwurzeln geben.


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