Aus: Ausgabe vom 18.11.2017, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: junge Welt erwähnt

Informationen am Abend | Do., 18.10 Uhr, DLF

Es kommt nicht oft vor, dass die junge Welt in den bürgerlichen Medien erwähnt wird. Wenn sie in der Krise zu stecken scheint, wird dies gern angeführt, auch wenn es gegen die DDR geht, fällt manchem Redakteur ihr Name ein. Was aber unsere Berichterstattung zu den Kriegen des Westens, dem Hartz-IV-Zwangssystem, den sich verschlechternden Arbeitsbedingungen und den Kämpfen dagegen angeht, herrscht Schweigen. Gestern nun ereignete sich eine der seltenen Ausnahmen. Die jW hat jahrelang immer wieder über die verschleppten Ermittlungen im Fall des am 7. Januar 2005 im Dessauer Polizeigewahrsam verbrannten Flüchtlings Oury Jalloh geschrieben. Sie war neben dem TV-Magazin »Monitor« die erste Zeitung, die Anfang der Woche meldete, dass auch die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau mittlerweile davon ausgeht, dass Jalloh das Feuer in seiner Zelle nicht selbst gelegt haben kann. So hieß es gestern im Deutschlandfunk. Ob die jW künftig in der allmorgendlichen Presseschau des Senders zitiert wird? (row)


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