Aus: Ausgabe vom 18.11.2017, Seite 8 / Ansichten

Killer des Tages: Die Trump-Söhne

Von Michael Merz
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Schießwütige Sprößlinge: Eric und Donald Trump jr. mit ihrem Sponsor

Nicht genug, dass schießwütige Psychopathen in den USA alle paar Wochen Konzertbesucher, Kirchgänger oder dunkelhäutige Passanten niedermetzeln. Jetzt werden die als »Waffennarren« verharmlosten Freaks ihre Penisverlängerungen auch wieder in afrikanischen Nationalparks abfeuern dürfen, um Elefanten zu töten. Die Safari Club International Foundation aus Arizona und die allmächtige Waffenlobby National Rifle Association brauchten sicher nur ein Minimum an Überzeugungsarbeit, um Präsident Donald Trump eine Anordnung seines Vorgängers Barack Obamas aufheben zu lassen, die ein Verbot der Einfuhr von Stoßzähnen und ähnlichen Wildtiertrophäen vorgesehen hatte.

Einwände gegen das Tierschutzgesetz gibt es in Trumps schrecklich kaputter Familie genug. Der Milliardärsspross Donald Trump junior packt gern in Afrika die großkalibrige Flinte aus, lässt sich mit von ihm erlegten Tieren ablichten und für seine Heldentaten in »sozialen« Netzwerken feiern. Ein Foto zeigt ihn mit Patronengürtel in afrikanischer Steppenlandschaft neben einem toten Elefanten. In der einen Hand hält der Junior ein Bowiemesser, mit der anderen präsentiert er zur Kompensation seiner Minderwertigkeitskomplexe den abgeschnittenen Schwanz des Dickhäuters. Sein Bruder Eric Trump geht es da eine Nummer kleiner an, er schleift tote Leoparden vor die Kameraobjektive oder setzt sich auf erschossene Wasserbüffel.

In der Begründung zur Wiedereinführung des Trophäenimports in die USA heißt es, der »Jagdsport« würde Anreize schaffen, den Erhalt der Arten zu fördern. Einen passenden Vergleich bezüglich dieses haarsträubenden Arguments hatte die Tierschutzorganisation Peta: Das Leben eines bedrohten Tieres zu verkaufen, um Geld für dessen »Erhalt« zu sammeln, sei genauso, als verkaufe man ein Kind auf dem Schwarzmarkt, um Geld für den Kampf gegen Kindesmissbrauch einzunehmen.


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