Aus: Ausgabe vom 06.09.2017, Seite 1 / Ausland

»Geschenke« für die Vereinigten Staaten

Schlagabtausch zwischen Nordkorea und den USA geht weiter

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Der UN-Sicherheitsrat tagt in New York im Atomkonflikt um Nordkorea

Nordkorea hat im Atomkonflikt mit den Vereinigten Staaten erneut Stellung bezogen. Der UN-Botschafter des Landes, Han Tae Song, sagte am Dienstag in Genf über die jüngsten Atomtests seines Staates, Nordkorea habe ein »Geschenkpaket« für die USA geschnürt. Er machte deutlich, dass die Raketentests sich lediglich gegen diesen einen westlichen Feind richteten und nicht abreißen würden, solange die US-Regierung auf »unverantwortliche Provokationen und nutzlose Versuche setzen, Druck auf die Volksrepublik Korea auszuüben«, so der Diplomat auf der von den USA initiierten UN-Abrüstungskonferenz.

Diese Aussage ist die jüngste Drohung in dem seit Wochen andauernden verbalen Schlagabtausch zwischen den beiden Staaten. Erst am Montag äußerte sich die UN-Botschafterin der USA, Nimrata »Nikki« Haley, in New York: »Genug ist genug«, sagte sie vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Nordkoreas Atomprogramm sei weiter fortgeschritten und gefährlicher als je zuvor. Alle Bemühungen, dies zu verhindern, hätten nicht gefruchtet. Machthaber Kim Jong Un »bettelt um Krieg«, so die Diplomatin. Deswegen fordere sie die schärfsten Maßnahmen gegen das Land. Die USA wollen Haley zufolge dem Sicherheitsrat einen Katalog mit Strafmaßnahmen vorlegen und am Montag darüber abstimmen lassen.

Entgegen der Forderungen Haleys haben sich nun weltweit Politiker für eine friedliche Lösung des Konflikts ausgesprochen. Der russische Präsident Wladimir Putin hat erneut für eine Verhandlungslösung plädiert. Im Rahmen des Gipfeltreffens der BRICS-Staaten im südchinesischen Xiamen sagte Putin am Dienstag, »die derzeitige militärische Hysterie kann nichts Gutes bringen, aber sie könnte zu einer globalen Katastrophe und vielen Opfern führen«. Nordkorea werde sein Atomprogramm nicht aufgeben, solange es sich nicht sicher fühle. Derweil telefonierte Bundeskanzlerin Angela Merkel mit US-Präsident Donald Trump und Südkoreas Staatschef Moon Jae In. Merkel sprach sich für härtere Strafen aus, nachdem Nordkorea am Wochenende eine Wasserstoffbombe getestet hatte. (Reuters/dpa/jW)

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