Aus: Ausgabe vom 18.07.2017, Seite 14 / Feuilleton

Nachschlag: Gesundheit für alle

Weltspiegel | So., 19.20, ARD

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In den USA tobt ein Kampf um die Krankenversicherung. Nachdem Donald Trumps Amtsvorgänger Barack Obama eine rudimentäre Versicherungspflicht eingeführt hatte, konnten sich viele Geringverdiener und Menschen mit Vorerkrankungen erstmals eine Gesundheitsversorgung leisten. Jedoch legen die Konzerne ihre Mehrkosten auf die anderen Versicherten um. Seither steigen Beiträge ins Unermessliche. Ein Ehepaar berichtet von 800 Dollar Versicherungsgebühren im Monat – und dennoch springt die Kasse erst ein, sobald Behandlungen eine jährliche Eigenbeteiligung von 10.000 Dollar überschreiten.

Die Republikaner versprechen die Eindampfung von »Obamacare« – viele ihrer Wähler könnten sich dann nicht mehr versichern. Als ein Kongressabgeordneter in Virginia für die Pläne wirbt, nimmt ihn sein Publikum in die Zange. »Wie wäre es mit einer Versicherung für alle?« fragt einer und erntet Applaus. In den USA bleibt eine Gesundheitsversorgung nach dem Solidarprinzip eine geradezu revolutionäre Idee – und eine, die immer mehr Anhänger findet. (ms)

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