Aus: Ausgabe vom 20.03.2017, Seite 16 / Sport

Die Wahrheit über den 25. Spieltag

Von Klaus Bittermann
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Traf erstaunlicherweise trotzdem: Aubameyang

Einige Bundesligisten hatten Spiele unter der Woche, aber nur der BVB musste am Freitag schon wieder auflaufen. Zwar war die Partie im Pokal gegen den Drittligisten Lotte standesgemäß mit 3:0 über die Bühne gebracht worden, aber die Dortmunder hatten einiges aufbieten müssen, um diese mit robusten Mitteln zu Werke gehende Mannschaft zu bezwingen, und das steckte ihnen noch in den Knochen. In vergleichbaren Situationen sah der Bundesligaalltag zumeist eher trist aus. Ich erinnere mich mit Grausen an den völlig verdienten Sieg der Darmstädter. Diesmal kam der Tabellenvorletzte Ingolstadt, und wieder wurde es ein zähes Spiel. Nicht nur das, es wurde das schlechteste Spiel der Dortmunder in dieser Saison, nur machten sie es diesmal wie die Bayern, die auch solche Spiele irgendwie gewinnen.

An diesem Irgendwie hatten die Ingolstädter maßgeblichen Anteil, denn sie vergaben alle Chancen, die die Dortmunder ihnen großzügig einräumten, und sie vergaben sie kläglich. Der BVB begann nicht überragend, zeigte aber doch ganz lebendige 15 Minuten, und in diese Zeit fiel auch der einzige sehenswerte Angriff: Nach genialem Pass von Kagawa auf Schmelzer flankte dieser nicht sehr präzise zu Auba­meyang, der erstaunlicherweise trotzdem traf.

Danach passten sich die Dortmunder dem Ingolstädter Spiel an und schlugen einfach lange Bälle nach vorne, im Unterschied zu denen der Gegner kamen die langen Bälle der Dortmunder aber so gut wie nie an, während die Ingolstädter den Dortmundern keinen Raum gaben, ihr Spiel aufzuziehen. Unter diesem Druck wirkte der BVB merkwürdig verunsichert, und nach solchen Spielen fragt man sich immer, wie er gegen internationale Spitzenmannschaften bestehen soll. Natürlich fehlten wichtige Spieler wie der gesperrte Dembélé und der verletzte Marco Reus, aber eigentlich ist der Kader großartig genug, auch mit einer B-Elf gegen eine Mannschaft wie Ingolstadt zu gewinnen, ohne auf deren Hilfe angewiesen zu sein.

Solche Spiele werden als Arbeitssiege verbucht, in Wirklichkeit hatte man einfach Glück. Und dieses Glück hatte man dringend nötig, denn die dem BVB im Nacken sitzenden Hoffenheimer gewannen ihre Partie in Leverkusen mit 1:0. Das Ergebnis war zwar genauso knapp, aber Hoffenheim spielte besser und musste das auch, denn Leverkusen hielt dagegen.

Wenigstens verlor Hertha in Köln mit 2:4 und liegt jetzt schon sechs Punkte hinter den Dortmundern, was ein angenehmes Polster ist. Modeste steuerte für Köln gleich drei Tore bei und überholte mit 22 Treffern Lewandowski im Duell der Torjäger. Am schönsten war zweifellos das Ergebnis von Bremen, wo Werder den Leipzigern unverhofft eine 0:3-Niederlage beibrachte. Leipzig liegt nur noch drei Punkte vor dem BVB und wird jetzt möglicherweise langsam nervös.

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