Aus: Ausgabe vom 02.03.2017, Seite 6 / Ausland

Für Frieden und Solidarität

Im Oktober finden die »Weltfestspiele der Jugend und Studierenden« in Russland statt

Von Uwe Durak
RTSZY6Y.jpg
Der Rote Platz in Moskau: Hier sollen am 14. Oktober die Weltfestspiele mit einer Parade eröffnet werden

Die Uhr auf der Veranstaltungswebseite tickt: Noch 225 Tage (Stand Donnerstag) sind es bis zur Eröffnungsparade der diesjährigen »Weltfestspiele der Jugend und Studierenden« (WFS) am 14. Oktober auf dem Roten Platz in Moskau. Am Tag danach, in der eigentlichen Festivalstadt Sotschi, soll die große Eröffnungsfeier folgen. Die Bewerbung Russlands als Festivalgastgeber hatte der Generalrat des Weltbundes der Demokratischen Jugend (WBDJ) im Februar 2016 angenommen. Beim WBDJ handelt es sich um einen 1945 gegründeten Zusammenschluss linker und antiimperialistisch orientierter Jugendorganisationen.

Auf dem ersten internationalen Vorbereitungstreffen im Juni 2016 in Caracas, Venezuela, wurde der Veranstaltungsort Sotschi bekanntgegeben, und man einigte sich auf die Festivallosung: »Für Frieden, Solidarität und soziale Gerechtigkeit, wir kämpfen gegen den Imperialismus – unsere Vergangenheit in Ehren haltend, gestalten wir die Zukunft!« Das zweite Treffen fand im November in Windhoek in Namibia statt.

Am 15. Oktober werden in Sotschi neben der Eröffnungszeremonie bereits diverse Konferenzen stattfinden. Es folgen die Thementage der Kontinente und Regionen, aus denen die Teilnehmer kommen. Täglich sind Sportveranstaltungen und kulturelle Darbietungen zu erleben. Am 21. Oktober werden die Spiele mit einer großen Abschiedszeremonie enden.

Der Präsident des WBDJ, Nikolas Papadimitriou, sagte in Namibia, die WFS sollten die Festspiele aller der Jugendlichen der Welt sein, die im antiimperialistischen Kampf, im solidarischen Handeln und im Streben nach Frieden einen wesentlichen Sinn ihres Lebens sehen. Das Festival soll dem 100. Jahrestag der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution sowie dem 70. Jahrestag der ersten Weltfestspiele in Prag gewidmet sein. Erinnert werden soll außerdem an den 50. Jahrestag der Ermordung Che Guevaras, den 60. Jahrestag der Weltfestspiele 1957 in Moskau sowie an den kürzlich verstorbenen Präsidenten der Demokratischen Arabischen Republik Sahara, Mohammed Abdelaziz.

Das russische nationale Vorbereitungskomitee wird geleitet von Grigori Petuschkow, dem Vorsitzenden des Nationalrates der Jugend- und Kinderverbände Russlands. Das nach Erlass eines Dekrets des russischen Präsidenten Wladimir Putin im Januar 2017 für die Weltfestspiele gegründete staatliche Organisationskomitee für die 19. Weltfestspiele steht unter der Leitung von Sergej Kirijenko, Putins stellvertretendem Büroleiter. Über 40 weitere ranghohe Vertreter des Staates und gesellschaftlicher Organisationen sind beteiligt, darunter Minister und Rektoren.

Die Organisatoren des Festivals erwarten 20.000 Teilnehmer aus 150 Ländern der Erde. Sie versprechen ein unvergessliches Fest mit interessanten Inhalten, das der Zukunft zugewandt sein soll, auf neuem Niveau und in neuer Qualität – ein gewichtiger Beitrag für Vertrauen und gegenseitiges Verstehen, die von der Jugend in die Welt getragen werden.

Aus Deutschland wird eine Delegation der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ), die auch Mitglied im WBDJ ist, nach Russland reisen. »Wir wollen an den Weltfestspielen teilnehmen, um uns mit anderen fortschrittlichen Jugendlichen auszutauschen und zu diskutieren. Eine antiimperialistische Ausrichtung wollen wir auch gegen die russische Regierung durchsetzen. Auch wenn es uns in diesem Jahr nicht gelungen ist, andere Organisationen zur Teilnahme zu bewegen, freuen wir uns über junge Interessierte, die mit uns nach Sotschi fahren wollen, um dort den hundertjährigen Geburtstag der Oktoberrevolution zu feiern«, erklärte die stellvertretende SDAJ-Vorsitzende Lena Kreymann am Mittwoch gegenüber jW.

Lesen und lesen lassen (Login erforderlich) Ich will auch!
Infos und Verweise zu diesem Artikel:

Ähnliche:

Mehr aus: Ausland
  • US-Präsident besteht bei Rede vor dem Kongress Faktencheck der Medien
  • Türkischer Justizminister auf Werbetour in Deutschland
  • Donald Trump bleibt in seiner ersten Kongressrede konkrete Aussagen zur geplanten Aufrüstung schuldig
    Knut Mellenthin
  • Wahlkampf in Frankreich: Rechtskandidaten drohen der Justiz. Die Linke kann sich nicht auf ein gemeinsames Vorgehen verständigen
    Hansgeorg Hermann, Paris
  • In Süditalien arbeiten arme Menschen unter lebensgefährlichen Bedingungen
    Gerhard Feldbauer