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Leserbrief zum Artikel Parteidiskussion Die Linke: Klarheit statt Vernebelung vom 19.02.2021:

Nicht Ideen, Posten

Die Saat ist nicht nur aufgegangen, sie hat sich zu voller Blüte entfaltet. jW schenkt der Linkspartei in letzter Zeit viel Beachtung, ohne der Frage nachzugehen, ob sie die verdient. Sie ist ein Abklatsch der SPD, und zwar einer, die sich bereits vor der Gründung der PDS im fortgeschrittenen Stadium des Niederganges befand. Ihre Daseinsberechtigung im Nachwendedeutschland erkaufte sie sich mit der stillschweigenden Verpflichtung, Ausbrüche aus dem Tobekäfig königlicher Opposition zu unterlassen. Links konnte daher nur eine Etikettierung bleiben. Nun taucht in dieser Partei das Thema Berufspolitik auf. Die Linkspartei ist eine Systempartei, die ohne Berufspolitiker an ihrer Spitze nicht denkbar ist. Figuren wie Gregor Gysi und Sahra Wagenknecht betrieben Berufspolitik und rührten keinen Finger, innerparteiliche Demokratie herzustellen. Immerhin waren das noch schillernde Erscheinungen, die durch mundwerkliche Geschicklichkeit den Eindruck von Fortschritt und Bewegung suggerieren konnten. Die kleingrauen Eminenzen, die seit Wagenknechts politischem Verblassen das Zepter übernahmen, könnten zwischen Linkspartei und SPD hin und her wechseln, ohne dass das sonderlich auffiele. Berufspolitik arrangiert sich ihrer Natur nach mit allen Seiten, primär mit der herrschenden Macht. Insofern ist es nicht verwunderlich, rudern auf ihren persönlichen Vorteil bedachte Parteibonzen nach rechts. Sie wissen mit ihrem tierhaften Instinkt – vor allem jetzt im Zustand fortschreitender Krisendynamik –, dass es nicht ihrer Karriere förderlich ist, bei den Herrschenden in Ungnade zu fallen. Die Linkspartei ist auf der Basis marxistischer Theorie zu analysieren, um endlich von diesem Spuk Abstand nehmen zu können.
Willi R. Gettél
Veröffentlicht in der jungen Welt am 23.02.2021.
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