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Leserbriefe

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Leserbrief zum Artikel Debatte: Gegner der Inflationshysterie vom 17.09.2020:

Schulden gut, alles gut?

Ein Aufruf zur Staatsfinanzierung durch die Zentralbank. Bei der Modern Monetary Theory (MMT) handelt es sich um eine Strömung des Postkeynesianismus. Kurz zusammengefasst, besagt MMT: Ein Land, das seine eigene Währung hat (Deutschland hat die Fremdwährung Euro!) kann ganz einfach Geld drucken, wenn es darum geht, seine Schulden zu bezahlen. Die Zentralbank muss einzig dafür sorgen, dass die Zinsen tiefer bleiben als die Wachstumsrate des BIP.
Heutzutage gibt es die Euro wie Heu, nur in den falschen Händen. Geld ist aber wie Mist. Wenn du es gut verteilst, ist es heilsam. Wenn alles auf einem Haufen liegt, stinkt es. Die Frage ist, unter welchen Bedingungen lohnt es sich, Geld zu borgen oder zu leihen? Die staatlichen Haushaltsdefizite dürften heutzutage nicht zu niedrig sein, weil bei einem unzureichenden Defizit keine Vollbeschäftigung möglich sei, aber auch nicht zu hoch, da es in diesem Fall zu Inflation komme. Inflation entstehe, wenn in einer Volkswirtschaft die nominalen Ausgaben die produktiven Kapazitäten überstiegen.
Gibt ein Land seine bisherige Währung ohne nationalen Ersatz auf und führt statt dessen eine Fremdwährung wie den Euro als gesetzliches Zahlungsmittel ein, dann kann das entsprechende Land keine eigenständige Geldpolitik umsetzen und auch keine Seigniorage-Einnahmen mehr generieren und vor allem nicht beliebig Geld nachdrucken. Als Seigniorage oder Geldschöpfungsgewinn wird der von der Zentralbank erzielte Gewinn bezeichnet, der durch die Emission von Zentralbankgeld entsteht. Also Vorsicht vor der Verschuldung in Fremdwährungen wie Euro!
Istvan Hidy