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Leserbrief zum Artikel Literatur: Löss dö Höhnö fröh! vom 10.09.2020:

In den Keller

»Jeder weiß, dass Frankfurt bei weitem nicht die hässlichste Stadt ›von Deutschland‹ ist«, und weil Christian Y. Schmidt in seinem »Der kleine Herr Tod« das Gegenteil behauptet, hat er es sich mit dem Rezensenten endgültig verdorben. Wohnt Dirk Braunstein vielleicht in Frankfurt am Main? Der Leserbriefschreiber hat da 25 Jahre gewohnt und kann Schmidt durchaus zustimmen. Aber Städte-Mögen ist Geschmackssache, und lustige Bücher, die sich mit dem Tod befassen, liebt nicht jeder. Aber gleich einen solchen Verriss schreiben, weil Frankfurt beleidigt wurde, scheint mir ein Zeichen tiefer Betroffenheit. Als Kind wollte ich schon immer mal in den riesigen Zuckerhut beißen, warum darf der kleine Herr Tod sich das nicht wünschen? Und warum darf er nicht enttäuscht sein, wenn es nicht klappt und wenn’s in Lateinamerika keine Elefanten gibt, die von Piranhas in Sekundenschnelle aufgefressen werden? Ähnliches habe ich als Kind mal in einem alten Spielfilm gesehen und war enttäuscht, als ich behäbige kleine Fische im Zoo-Aquarium sah. Die sollten das können? Der kleine Tod ist ein naives Kind, wie eben Kinder naiv sind, und warum können Erwachsene nicht darüber lachen? Vielleicht, weil sie erwachsen geworden sind und nicht in den Zuckerhut beißen (weil das ungesund ist), sondern in den Keller gehen.
Klaus Gietinger, Saarbrücken
Veröffentlicht in der jungen Welt am 15.09.2020.

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