Die junge Welt drei Wochen gratis testen
Gegründet 1947 Sa. / So., 23. / 24. Januar 2021, Nr. 19
Die junge Welt wird von 2464 GenossInnen herausgegeben
Die junge Welt drei Wochen gratis testen Die junge Welt drei Wochen gratis testen
Die junge Welt drei Wochen gratis testen

Leserbriefe

Liebe Leserin, lieber Leser!

Bitte beachten Sie, dass Leserbriefe keine redaktionelle Meinungsäußerung darstellen. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zur Veröffentlichung auszuwählen und zu kürzen. Leserbriefe sollten eine Länge von 2.500 Zeichen (etwa 390 Wörter) nicht überschreiten. Kürzere Briefe haben größere Chancen, veröffentlicht zu werden. Bitte achten Sie auch darauf, dass sich Leserbriefe mit konkreten Inhalten der Zeitung auseinandersetzen sollten. Ein Hinweis auf den Anlass Ihres Briefes sollte am Anfang vermerkt sein (Schlagzeile und Erscheinungsdatum des betreffenden Artikels bzw. Interviews). Online finden Sie unter jedem Artikel einen Link »Leserbrief schreiben«.

Einsendungen bitte an: leserbriefe@jungewelt.de

Nur Leserbriefe, die an diese Mailadresse geschickt werden, werden von uns berücksichtigt!

Per Post: junge Welt, Torstr. 6, 10119 Berlin, Kennwort: Leserbriefe

 

Leserbrief zum Artikel Asien-Pazifik: Gerne Großmacht sein vom 08.09.2020:

Mit Stärke und klarem Kopf

Wir hatten in den letzten 40 Jahren eine sehr komplizierte, aber gegenseitig attraktive Kooperation zwischen den USA und China. Aber wer meint, dass die USA den Hauptanteil an dem Erfolg Chinas gehabt hätten, irrt. Chinesische Produkte wurden zu günstigen Preisen in den Walmarts und anderen Konsumtempeln der USA angeboten und ermöglichten den schlechter bezahlten US-Werktaetigen eine mehr oder weniger akzeptable Existenz. Was ist Apple ohne eine kostengünstige Produktion über Foxconn in Shenzhen? Die US-Chipsindustrie, aber auch Boeing und andere fanden hier ihren wichtigsten Markt. Es waren die Auslandschinesen, die meist über Hongkong ihr Kapital in das Mutterland fließen liessen. Ihr Traum von einem starken China erfüllt sich. Shenzhen ist nun das Hauptziel einer ökonomischen und technologischen Aggression, die das Prädikat »imperialistisch« verdient.
Wird man damit die Entwicklung Shenzhens und Chinas aufhalten? Die Karten für die Träumer in Washington stehen schlecht. China hat in Shenzhen und in ganz China Ressourcen aufgebaut, die diesem wahnwitzigen Begehren standhalten werden. Da ist zuerst die »menschliche Ressource« – die mehr als fünf Millionen Ingenieursstudenten, die jährlich Ihr Studium beenden, sich ihre Existenz aufbauen wollen und zu ihrem Land und dessen gesellschaftlichem System stehen. Die Kommunistische Partei ist überall präsent. Und sie hat nicht nur Muskeln, sondern einen klaren Kopf!
Da ist die Intelligenz, die man sich angeeignet hat. Unter den »Forbes 500« 2019 waren 119 Konzerne aus China und 121 aus den USA. Unter den zehn größten waren drei aus China. Chinesische Topmanager sind auf keinen Fall schlechter als die amerikanischen Eliten. Sie haben oft bessere Kenntnisse der Welt außerhalb des eigenen Landes. Sie schweben nicht in goldenen Wolken, sondern sind geerdet und auch keine Götter!
Shenzhen ist das chinesische Hochtechnologiezentrum. Wir sind das Hauptangriffsziel der US-amerikanischen Raubritter. Haben sie Erfolgschancen? Ist ihre Strategie intelligent? Man muss beides verneinen. Wenn man nicht in der Lage ist, gleiche Ressourcen zu erstellen, ist es allemal intelligent, die Ressourcen des anderen mit zu nutzen. Diese Intelligenz bringen Trump und sein über den Wolken schwebendes Team definitiv nicht auf!
Man sollte keinen Gegner angreifen, der vielleicht seine Reihen noch nicht einmal sortiert hat und noch nicht angriffsfähig ist, aber potentiell stärker ist!
Chinas internationale Potentiale sind noch nicht einmal ansatzweise voll ausgenutzt. Auch der Binnenmarkt hat noch bedeutende Ressourcen.
Und die USA? Sie haben Trump und seine Raubrittertruppe und eine sehr lückenhafte Kenntnis der Welt!
Achim Lippmann, Shenzhen
Veröffentlicht in der jungen Welt am 10.09.2020.
Weitere Leserbriefe zu diesem Artikel:
  • Imperialistische Hirngespinste

    Konfrontation, Provokation, Kriegstreiberei, wohin wir schauen, und alles mit eskalierender Tendenz. Wenn wir vor Jahren und Jahrzehnten, so manche noch heute, Lenin und seine Analyse des Imperialismu...
    Roland Winkler, Aue