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Leserbrief zum Artikel Kommentar: Ramelows Projekt vom 14.01.2020:

Linke schafft sich ab

Die Partei Die Linke schafft sich ab, und das ist gut so! Denn in ihrer jetzigen Verfasstheit, und damit meine ich nicht nur die in Thüringen, ist sie zu nichts mehr zu gebauchen.
Dass man in einer Koalition die eigene Politik nicht eins zu eins umsetzen kann, ist mir klar. Aber Bodo Ramelow hatte von Anfang an klargemacht, keine linke Politik respektive keine Parteipolitik zu machen. So gesehen, kann man sich schon die Frage stellen, warum er, Ramelow, überhaupt angetreten ist.
Kann es sein, dass Ramelow einen auf Gorbi macht, dessen langfristiges Ziel es war, den Kommunismus (den es ja nie gab) abzuschaffen, also Ramelow das langfristige Ziel verfolgt, die Linke als solches zu zerstören?
Ich kenne manche in Thüringen, langjährige Wähler der PDS, dann der Linkspartei, die mittlerweile sagen, dass auch diese Partei nicht mehr wählbar ist. Die einzige Alternative ist, nicht mehr zur Wahl zu gehen, weil man keine Wahl mehr hat.
Mir drängt sich der Verdacht auf, dass Ramelow ein Agent provocateur ist.
Noch schlimmer ist, dem Artikel zu folgen, dass es an der Basis grummelt, mehr aber nicht. Warum erhebt sich diese Basis nicht und putscht diese opportunistische Führung weg? Müsste es nicht von der Parteibasis heißen: Wir sind das (Partei-)Volk?
Den restlichen Linken in der Nicht-mehr-Linkspartei kann ich nur raten, entweder einen signifikanten Linkskurs zu erzwingen oder diese Partei zu verlassen und eine wirklich linke Partei zu gründen. Der opportunistische Rest sollte dann zur SPD wechseln, um dort den nicht mehr vorhandenen »linken« Flügel zu »stärken«.
Joán Ujházy