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Leserbrief zum Artikel CDU rechtsaußen: Schwarzbraune Allianzen vom 17.12.2019:

Rückfallchance

Im »Kenia-Bündnis« der Landesregierung Sachsen-Anhalt ist es unruhig geworden. Ein Neonazi in einem CDU-Kreisvorstand hat sich selbst enttarnt, nachdem er jahrelang christlich-demagogische Werte befleckt hatte. Der Sünder tat nun Buße und sagte sich zumindest erst einmal verbal vom »Teufel« los. Seine Oberhirten glaubten ihm sofort und beließen das braune Schaf in ihrer Herde. Eiligst warfen sie ihm ein schwarzes Lammfell über und verdeckten so das braune Schaf, um es vor »bösen Wölfen« aus der »Kenia-Savanne« oder gar dem öffentlichen Wald in Sachsen-Anhalt zu schützen.
Doch die künstliche schwarze Farbe seines Fells wird den sündigen Schafsbock wohl kaum entnazifizieren. Die Chance, dass er das CDU-Schutzfell wieder abschüttelt, bleibt schon deshalb groß, weil er die Möglichkeit hat, in die angewachsene Herde der braunen Schafe zu wechseln. Beider Herden Hirten, nicht nur in Sachsen-Anhalt, lauern schon lange auf den Moment, alle bisherigen Farbkombinationen von Herdenbeherrschung mit »schwarz-braun« zu überstreichen.
Die mit der CDU freundlichst konkurrierende Herde nennt sich AfD. Zwischen beiden gibt es keinen befestigten, undurchlässigen Zaun, geschweige denn eine Mauer, nur eine lückenhafte Hecke, durch die das braune, künstlich schwarz gefärbte Schaf schnell hindurchschlüpfen und seine christlich-demagogische Tarnung wieder ablegen kann.
Manfred Wild
Veröffentlicht in der jungen Welt am 18.12.2019.